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F4

Derzeitiger Lagebericht des bourbakischen Internetkrieges

 

 

München, den 26. November 1997

Liebe Internetfreunde,

nachdem ich Anfang Mai meinen "Bourbakischen Internetkrieg" unter http://www.bourbaki.de ins Internet gehängt hatte, sind mittlerweile sechs Monate durchs Land gegangen, so daß ich Ihnen nunmehr mitteilen möchte, was in der Zwischenzeit so alles passiert ist.

In bezug auf die Medien hat bisher überhaupt noch gar nichts stattgefunden. Nachdem unser Herzog am 26. April 1997 seine vielbeachtete Berliner Rede mit seinem Aufbruch ins 21. Jahrhundert gehalten hatte, wurde zwar überall sehr viel in der Presse herumgegackert. Aber so eine richtige Aufbruchstimmung heraufzubeschwören, das wollten dann selbst unsere großen Schreiberlinge nicht. Dies hatte wiederum zur Folge, daß in unseren Zeitungen weiterhin über einen chinesischen Dissidenten im Knast riesige Krokodilstränen vergossen werden, daß aber Dissidenten im eigenen Lande - sei es nun, daß sie einen deutschen oder gar einen griechischen Paß besitzen - einfach totgeschwiegen werden, was in einem totalitären Staate wie Deutschland ein sehr probates Mittel darstellt, um vorhandene Dissidentenprobleme aus der Welt zu schaffen..

Die Herren mit ihrer Druckerschwärze an den Pfoten müssen den Bourbaki jedoch mittlerweile hassen wie die Pest. Schreibt derselbe doch denen dauernd so schöne Briefe, in welchen es u.a. heißt, daß wir von Antiestablishment mittlerweile mehrere Torpedos in diese verdammte "Titanic der Physik" hineingejagt hätten, daß das Wasser schon im Kielraum dieses Kutters gurgeln würde, daß der alte Seelenverkäufer bereits eine Schräglage von etwa 5 Grad erreicht habe, und daß oben im großen Ballsaal die Bordkapelle "Näher oh Gott zu Dir..." zu spielen beginne. Daraufhin wird dann immer noch die rhetorische Frage angehängt, wie viele von diesen blöden Torpedos eigentlich noch abgeschossen werden müßten, bevor Ihr von der Presse Euch hinsetzen und darüber Eure Artikel schreiben würdet..

In den Zeitungsredaktionen müssen derartige Brieflein durchaus ihre Wirkung gehabt haben, wurde doch kürzlich in einem Hörsaal der TU-München ein Podiumsgespräch zu dem Thema "Zündstoff Internet, Grenzen für das grenzenlose Netz" abgehalten, bei welchem es vor allem um Dinge wie Kinderpornographie und Textverschlüsselungen im Internet ging. Die einleitenden Worte sprach dabei eine sehr attraktive promovierte Dame des Wissenschaftsressorts der Süddeutschen Zeitung, welche sich dabei allerdings verhedderte, indem sie ganz im bourbakischen Sinn den Ausdruck "Sprengstoff Internet" gebrauchte, wofür sie sich leicht errötend mehrmals beim anwesenden Publikum zu entschuldigen suchte..

Die etwas robuste Gangart des Herren Bourbaki muß dabei generell eine gewisse Verunsicherung hervorgerufen haben, konnte man doch beispielsweise in einem Schreiben des Stifterverbandes für die deutsche Wissenschaft vom 24. Juli 1997 lesen:

"Stiftungen unterstehen dem Gebot der Gemeinnützigkeit.
Es ist ihnen untersagt, 'kriegerische' Vorhaben - ich zitiere Sie:
'Internetkrieg' - zu unterstützen."

Jedoch unbeschadet von derartiger Kritik von Seiten des Stifterverbandes, welcher sich bekanntlich vor allem dafür stark macht, daß die Nobelpreisträger in deutschen Landen sich ähnlich wie die verdammten Karnickel in Australien vermehren sollten, hat der Bourbaki zwischenzeitlich auch noch eine Gesellschaft gegründet, welche unter dem folgenden schönen Briefkopf firmiert:

Gesellschaft zur Zerstörung der gefälschten Physik des 20. Jhdts. und zur Erstellung der Basis einer neuen Physik des 21. Jhdts. PhysBum

Nähere Erklärungen dürften sich in dem vorliegenden Fall erübrigen.

In diesem letzten halben Jahr - was ist da noch passiert?

Da ist zum einen ein sehr betrüblicher Vorfall zu melden, daß nämlich unser aller Freund aus dem physikalischen Antiestablishment Stefan Marinov, bulgarischer Doppeldissident sowohl im politischen wie auch im physikalischen Sinn, am 15. Juli 1997 durch Sprung von dem Bibliotheksgebäude der Universität Graz Selbstmord beging. Marinov hatte sich dabei über Jahrzehnte hinweg mit Leuten der Orthodoxie, wie John Maddox von "Nature" herumgeprügelt und war dabei vor allem wegen seiner Perpetua mobilia bekannt, welche jedoch alle den großen Nachteil zeigten, daß sie nicht so recht zum Laufen zu bringen waren, was möglicherweise als einer der Hauptgründe seiner vorgezogenen Abreise ins Jenseits anzusehen ist. (Letztlich kann man Leuten nur den guten Rat geben, daß sie sich nur dann auf den Bau derartiger Perpetua mobilia spezialisieren sollen, wenn von vornherein gesichert ist, daß diese Dinge in der Folge dann auch funktionieren!) Bezüglich näherer Einzelheiten siehe NET-Journal, Jupiter Verlag Zürich, Heft August/September 1997.

Um jedoch erfreulichere Dinge zu berichten, in der Zwischenzeit sind zwei Bücher erschienen, welche durchaus lesenswert erscheinen. Es handelt sich dabei um

Der Vollständigkeit halber sei noch auf ein Buch von Wilhelm Braun (Hrg) "Paul Feyerabend - Hans Albers: Briefwechsel", Fischer Taschenbuchverlag 1997 verwiesen, bei welchem eigentlich nur eine einzige Seite von Bedeutung erscheint. Gemäß diesem Briefwechsel hatte Feyerabend einer der bedeutendsten Wissenschaftshistoriker und -kritiker unseres Jahrhunderts, im Herbst 1967 an seinen Freund Albers geschrieben: "Ernst nehmen kann ich die Wissenschaft und die Wissenschaftstheorie schon gar nicht mehr... Nur mehr dem Titel nach... gedenke ich der Wissenschaftstheorie zu dienen, sonst aber werde ich mich bemühen, einer Umformung der Wissenschaft oder, wie man das auch nennen könnte, an ihrer Zerstörung zu arbeiten." Nun, dies sind Worte, die durchaus auch aus der Feder des Bourbaki stammen könnten! (Siehe auch NZZ vom 7.8.97 S. 31).

Im Hinblick auf das Buch von Galeczki und die superluminalen Messungen des Kölner Professors Günter Nimtz scheinen mittlerweile auch die Dinge auf dem Zeitschriftenmarkt etwas in Bewegung geraten zu sein:

Nun denn, unter den gegebenen Umständen muß man sich eigentlich nur noch zurücklehnen, um genüßlich die weitere Entwicklung der Dinge abzuwarten.

Was nun meine Internetsache betrifft, so ergibt die folgende Situation: Anfang Mai hatte ich diesen Internetkrieg ins Netz gehängt. Damit das Ding irgendwie zum Anlaufen gelangt, hatte ich gleichzeitig eine Zettelaktion gestartet, bei welcher ich auf größeren Parkplätzen in München-Garching, Martinsried und dgl. kleine rote Internetkärtchen an die Scheibenwischer von Kraftfahrzeugen klemmte, wodurch meine Abrufrate im Internet im Monat Juni 1997 sehr schnell auf etwa 100 Mbytes pro Monat hochkletterte..

Diese Aktion stellte ich dann allerdings wieder ein,

Daraufhin plumpste im Juli 1997 meine Abrufrate wieder auf 33 Mbytes pro Monat zurück und fiel im Monat September weiter auf 25 Mbytes ab. Seitdem steigt dieselbe jedoch kontinuierlich wieder an. Im Monat November müßten eigentlich wieder 50 Mbytes zu erreichen sein, Tendenz steigend. Dieser Internetkrieg scheint also mittlerweile zum Selbstläufer geworden zu sein, wobei es sich bei 80 % der Abrufe um Altleser und bei 20 % um Neuleser handelt. Auch die Anzahl der vorgenommenen Gesamtausdrucke zeigt erfreulicherweise derzeit eine steigende Tendenz.

Wer da beim Bourbaki so alles herumliest, erscheint ebenfalls durchaus interessant zu sein. In der ersten Novemberhälfte waren dies Studenten der Universitäten Aachen, Bayreuth, Berlin, Bremen, Darmstadt, Düsseldorf, Fulda, Göttingen, Greifswald, Hamburg, Heilbronn, Hildesheim, Jena, Karlsruhe, Kiel, Lüneburg, Mainz, Mannheim, München, Oldenburg, Regensburg, Rostock und Stuttgart. Gar nicht so schlecht für einen Bourbaki, der sich gerade ganz ohne Medienunterstützung daranmacht, die Physik einer ganzen Erde zu stürzen. Wenn dann noch so Firmen, wie Siemens und Daimler Benz, sowie Organisationen wie die DESY und die NASA in den USA, als Leser dazukommen, dann muß dies als ein um so erfreulicheres Ereignis gewertet werden.

Bei einer Aufstellung nach Ländern tauchen neben Deutschland Österreich, die Schweiz, Spanien, Italien, Kanada, die USA, Australien, die Niederlande, Taiwan und Luxemburg auf. Wirklich international ist dies zwar noch nicht, aber man muß Geduld haben, zumal gelegentlich auch Grönländer auftauchen, die anscheinend nicht die ganze Zeit über mit Fischfang beschäftigt sind. Daß man mit einer mehrsprachigen Ausgabe des bourbakischen Internetkrieges weiter käme, dürfte dabei ziemlich unbestritten sein. Letztlich ist dies jedoch nur noch eine Geldfrage.

Was das allgemeine Interesse für Einzelheiten des Internetkrieges betrifft, so scheint sich neben einem häufigen Abruf von "images/babybourbaki.gif" insbesondere meine Anzeige gegen die Deutsche Physikalische Gesellschaft entsprechend Gate C5 besonderer Beliebtheit zu erfreuen. Gelegentlich werde ich wohl mehr von dieser Anzeige in das Internet hineinstopfen müssen.

Und wie reagieren die Leute von der anderen Seite darauf?

Daß das Internet als Instrument eine enorme Gefahr für das physikalische Establishment darstellt, muß den Herren von der anderen Seite des Flusses bereits sehr früh aufgegangen sein. So entstand unter der Federführung eines Herrn Markus Pössel eine unorthodoxe Physikseite (www-phys.rrz.uni-hamburg.de), welche unter "Impuls" firmiert. Dieser Herr Pössel gibt darin beispielsweise 10 goldene Regeln an, welche von Leuten des Antiestablishments beachtet werden sollen, die einem Relativisten klarmachen wollen, daß die Spezielle Relativitätstheorie Albert Einsteins grober Unfug ist.

Etwas verkürzt lauten diese 10 Regeln in etwa wie folgt:

  1. Sie können die Diskussion abwechslungsreicher gestalten, wenn Sie Fachbegriffe nicht im allgemein gebräuchlichen Sinne verwenden.
  2. Wenn Sie schon keinen Doktor- oder Diplomgrad der Physik vorweisen können, dann schaffen Sie sich wenigstens einen guten Namen als Relativitätskritiker: Schreiben Sie an möglichst viele berühmte Physiker.
  3. Reden Sie Tacheles. Lassen Sie Ihren Diskussionspartner nie darüber im Unklaren, was Sie von der SRT halten. Benutzen Sie unbedingt Wörter wie "Schwachsinn", Lüge und Betrug", "erbärmlich" und "Irrglauben".
  4. Machen Sie Ihrem Diskussionspartner auch klar, daß er Sie nicht an der Nase herumführen kann. Sagt er Ihrer Meinung nach etwas Falsches, so bezeichnen Sie es am besten gleich als "Lüge" - dann merkt er, daß mit Ihnen nicht zu spaßen ist.
  5. Wenn Sie eine bestimmte Beispielsituation zu detailliert formulieren, könnte Ihr Diskussionspartner eventuell einen Fehler darin entdecken. Lassen Sie deswegen wichtige Punkte Ihres Beispiels offen.
  6. Ebenso sollten Sie Ihre Argumentation nicht zu detailliert ausarbeiten. Arbeiten Sie lieber mit Sätzen wie "Offenbar ist ...", "Man sieht sofort, daß ...".
  7. Nehmen Sie es nicht zu ernst, wenn Ihr Diskussionspartner darum bittet, innere Widersprüche der Speziellen Relativitätstheorie mit Ihnen zu diskutieren.
  8. Bei Phänomenen wie der Zeitdilatation oder der Längenkontraktion wirkt es Wunder, den Unterschied zwischen Koordinatenwerten und Koordinatendifferenzen zu vernachlässigen.
  9. Sollte Ihr Diskussionspartner Sie bei einem bestimmten von Ihnen behaupteten Widerspruch der SRT in die Enge getrieben haben, so sollten Sie die Diskussion sofort abbrechen und zu einem anderen Thema übergehen. Behaupten Sie einfach, die "psychischen Sperren" Ihres Diskussionspartners wären zu groß, sein "geistiger Reifegrad" noch nicht hoch genug, um den Widerspruch zu erkennen.
  10. Wichtigste Grundregel: Die Menge machts. Es ist kaum zu glauben, wie effektiv man seinen Diskussionspartner mit der schieren Masse der Argumente gegen die SRT beeindrucken kann.
Wenn Sie sich an diese 10 goldenen Regeln halten, dann hat Ihr Diskussionspartner nicht die geringste Chance, Sie mit seinen falschen relativistischen Argumenten zu überrumpeln.

Inwieweit diese 10 goldenen Regeln des Herrn Pössels in Hamburg ein Eigentor darstellen, mag dahingestellt bleiben

Daß dieser Herr Pössel zwangsläufig auch über diesen bourbakischen Internetkrieg stolpern mußte, war natürlich vorprogrammiert. So fand sich dann auch im Internet der Uni Hamburg folgender Eintrag: "Manchmal ist man sich bei WWW-Seiten gar nicht so sicher, ob es sich um besonders clevere Satire handelt, oder ob das, was da geschrieben steht, wirklich ernst gemeint ist. Mir geht es so bei den Seiten über den bourbakischen Internetkrieg (nein, nicht der Bourbaki - leider), in denen gegen die theoretischen Physiker ("Arschlöcher") und ihre Theorien gewettert wird."

Bei derartige Aktivitäten konnte natürlich ein Professor der Mathematik der TU München nicht zurückstehen. Wegen mangelnder Photogenität und einem Namen, bei welchem nur die Silbe "- berg" zu fehlen scheint, organisierte sich derselbe nämlich eine eigene Homepage, welche ziemlich international wie folgt beginnt:

 
  
 

Zu finden ist dieselbe unter der folgenden Adresse: http://pcheise1.mathematik.tu-muenchen.de/~heise/

Um hier keine Mißverständnisse aufkommen zu lassen, "fatman" ist nicht den Körperabmessungen unseres Herrn Professors Heise nachempfunden, sondern der Name eines Rechners, welcher unterhalb eines Labortisches ein ziemlich verstaubtes Dasein fristet und dabei seinen Namen Winsten Churchill bzw. der nach ihm benannten Atombombe verdankt. Ersterer verstarb am 24.1.65 in London, letztere explodierte am 9.8.45 unter Zurücklassung von mehr als 100 000 Toten über Nagasaki, nachdem die B-29 mit ihrem Namen "Bock's Car" und Fatman im Bauch die Stadt Kokura wegen starken Bodennebels nicht so recht finden konnte und man eine mehrere 100 Millionen Dollar teuere Bombe doch nicht so gerne ins Meer werfen wollte.

Dieser Herr Werner Heise hatte es sich in der Folge zur Gewohnheit gemacht, daß er an verschiedene Bürger dieser Bundesrepublik eine Götz-von-Berlichingen-Medaille zu verleihen pflegte:

Diese Medaille zeigt dabei den äußeren Rand des sehr berühmten Leninordens, während das Innere auf ein bestimmtes menschliches Körperteil ausgerichtet ist.

Dies brachte dann allerdings für Herrn Heise den anscheinend unbeabsichtigten Nachteil, daß gewisse Leute darunter nicht eine Homepage, sondern eine Homo-Page zu verstehen glaubten. Dies um so mehr, als Prof. Heise mit seinem Fatman in der Lott - Straße. residiert, was natürlich an die beiden Rotlichtviertel Sodom und Gomorrah denken läßt.

Nachdem der Herr Professor Heise auf diese Weise mit einer Flut von E-mail-Angeboten mehr oder weniger eindeutigen Inhalts eingedeckt war, mußte er seinen unzüchtigen Rechner Fatman flugs mit den folgenden Anweisungen zurück zum Pfade der Tugend leiten: Die Götz - von - Berlichingen - Medaille ist mit keinem "schwulen Literaturpreis" indentisch. Aus gegebenen Anlaß wird auf ein diesbezügliches Dementi hingewiesen.

Nun, dieser Herr Heise hatte es auch dem Bourbaki angetan, jedenfalls verlieh er ihm seine siebte Götz-von-Berlichingen-Medaille. Demzufolge konnte man dann im Internet folgendes lesen:



verleiht die siebte

Götz-von-Berlichingen-Medaille
(Emblem)
an Herrn
Georges Bourbaki
aus München
für seine im "Internetkrieg" veröffentlichten Liebenswürdigkeiten

In der Laudatio zu diesem Preis heißt es dabei auszugsweise:

" Herr Georges Bourbaki (laut eigener Aussage Enkel1) des aus dem deutsch-französischen Krieg 1870/71 bekannten französischen Generals griechischer Abstammung Bourbaki [1816 - 1897], dessen Namen eine Gruppe anonymer französischer Mathematiker wegen seiner Bemühungen um eine Reform des mathematischen Unterrichts als Pseudonym zur Veröffentlichung eines enzyklopädischen Standardwerkes der theoretischen Mathematik [des Bourbakis] wählte), führt seit

1Ein vor 180 Jahren geborener Großvater? Und dazu noch ein anerkanntermaßen äußerst befähigter General? Etwas unglaubwürdig. - Andererseits hört man ja so einiges über die Qualität später Schüsse.

Jahren einen Krieg gegen die theoretischen Physiker mit dem Ziel, die Theoretische Physik platt zu machen. Seit kurzem bedient sich Herr Bourbaki auch des Internets zur Beschimpfung seiner Gegner sowie der Personen und Institutionen, die sich trotz seiner Aufforderung nicht seinem Kampf anschließen. "

Etwas versöhnlicher wird Heise gegen Ende seiner Laudatio:

" Herr Bourbaki greift in seinen "Internetkrieg" zwar keinen Laputier und keine laputische Organisation direkt an (wenn wir von den vom Steuerzahler zu begleichenden Kosten für seine Belästigungen öffentlicher Institutionen absehen). Aus Solidarität mit den zahlreichen Opfern seines ungezügelten Aggressionstriebes verleiht das MfSdFRL dennoch die siebte Götz-von-Berlichingen-Medaille an Herrn Georges Bourbaki.

gez. Lemuel Gulliver , Lagado am 1. Juni 1997 "

Für diejenigen, welche gewisse Bildungslücken aufweisen sollten, Laputa ist ein Land und Lagado eine Stadt, welche Gulliver seinerzeit bei seinen Reisen besucht hatte. (Siehe Jonathan Swift "Gullivers Reisen", dritter Teil: "Reise nach Laputa", Kapitel 1-7). Im Kapitel fünf erhält Gulliver dabei die Erlaubnis, die Große Akademie von Lagado besichtigen zu dürfen. Einer der dort tätigen Professoren hatte dabei über 8 Jahre hinweg das Projekt verfolgt, Sonnenstrahlen aus Gurken zu ziehen, welche dann in hermetisch geschlossenen Phiolen verwahrt werden sollten. Die Frage, ob damit "schwarze Löcher" gemeint waren, wird von Swift dabei offengelassen. In diesem Zusammenhang wird auch von einer Sprachschule berichtet, in welcher drei Professoren über die zweckmäßigste Methode einer Verbesserung der Landessprache berieten. So etwas kommt einem auch von hier irgendwie bekannt vor.

Wie dem auch immer sei, ein Student der Uni Düsseldorf sandte daraufhin an unseren Professor Heise der Mathematik in München folgendes E-mail:

" Sehr geehrter Lemuel:

Wie mir scheint, haben Sie nicht verstanden, was Herrn Bourbaki so wütend macht. Hätten Sie sein Buch oder seine Website verstanden, kämen Sie nicht umhin, ihm recht zu geben. Man hat dem Herrn nie die Chance in unserem konservativen Wissenschaftsbetrieb gegeben. Und der Krieg ist seine Rache. Lieber Lemuel, und Sie tun ihm einen Riesengefallen mit ihrem "Götz"-Preis. Sie sorgen dafür, daß noch mehr Leute auf seine Seiten klicken. Mit freundlichen Grüßen xx "

Daraufhin reiste Herr Professor Heise ins hinterste Sibirien, um so Sibiriern wie dem Rasputin die Schönheit und Eleganz der deutschen Mathematik näher zu bringen. Ansonsten ist er häufig bei einem Chinesen in der Dachauer Straße zu finden.

Zur Abrundung des Bildes abschließend noch ein paar Aussagen von einlaufenden E-mails:

Die letzte Zuschrift erscheint insoweit von Interesse, wenn man gleichzeitig weiß, daß die NASA in meinen Internetseiten herumliest, während entsprechend Gate C7 Beispiel 4 sich ein Dr. Kroy, Leiter der Forschungsabteilung bei der DASA sich strikt geweigert hatte, mit dem Bourbaki auch nur über das Thema des Mechanismus der Gravitation zu diskutieren..

Nun, man wird sehen, wie die Sache weiterläuft. Ich bin diesbezüglich sehr optimistisch. An sich sind die Deutschen ein recht komisches Volk. So wie ich dieselben einschätze, werden sie erst dann ihren Arsch hochkriegen, wenn ihnen die Scheiße bis zur Nase steht. Nun, der Bourbaki kann ja warten! In derartigen Fällen pflege ich vielfach zu sagen, daß die Deutschen wohl zweimal hintereinander ihren großen Krieg verloren hätten,

  • einmal, als die Amis und Russen am Rhein und an der Oder standen, und
  • ein zweites Mal oben im Kopf, als vor lauter Aufgeblasensein am Ende gar nichts mehr übrigblieb.
.

Ärgerlich für mich ist derzeit nur, daß niemand willig zu sein scheint, mir kurzfristig 50 Mille rüberschieben zu wollen, damit ich neben einer deutschen Version meines Internetkrieges auch noch eine englische, französische, spanische, russische und meinetwegen auch japanische Version ins Internet hängen kann.

Ihr Georges Bourbaki.

PS: Nächster Bericht wohl in etwa 6 Monaten zu erwarten!