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Warum die Sonne scheint

 

Wir sitzen in der Sonne und freuen uns, weil sie uns den Rücken krault. Außerdem läßt sie die Pflanzen wachsen, sorgt für einigermaßen erträgliche Temperaturen, beleuchtet zumindest tagsüber unsere Straßen und macht sich auch anderweitig recht nützlich.

Von der Theoretischen Physik wird generell die Behauptung aufgestellt, daß die Sterne einschließlich unserer Sonne deshalb scheinen, weil in ihre Zentren Temperaturen im Bereich zwischen 10 und 20 Millionen °C herrschen. Ähnlich wie bei einer Wasserstoffbombe soll es dabei zu einer thermischen Fusionsreaktion kommen, bei welcher mit einem Massendefekt von 0,7 % Wasserstoff zu Helium verbrannt wird.

 

So weit, so gut. Doch was sind die Fakten?

 

1. Während eine terrestrische Wasserstoffbombe von einer Tonne Gewicht kurzzeitig eine Leistung von etwa 1020 Watt erzeugt, beträgt die Langzeitleistung der Sonne nur etwa 0,2 Watt pro Tonne, was zumindest etwas gegen die Auffassung spricht, daß die Sonne eine Art von "überdimensionierter Wasserstoffatombombe" ist.

2. Damit im Inneren der Sonne Temperaturen im Bereich zwischen 10 und 20 Millionen °C auftreten können, muß bei einer bekannten Außentemperatur von etwa 6000°C und einem bekannten Sonnenradius von etwa 500 000 km ein Temperaturgradient zwischen 20 und 30°C pro km Radius vorhanden sein. Bei einem Festkörper, wie dem terrestrischen Erdmantel, ist ein derartiger Temperaturgradient sehr wohl erzielbar, weil die einzelnen Atome und Moleküle in dem Raumgitter der Festkörperstruktur eingeklemmt sind und sich demzufolge auch nicht so recht bewegen können. Bei einem gasförmigen Körper wie der Sonne ist dies jedoch nicht der Fall - die Atome sind frei beweglich, so daß Temperaturgradienten der erwähnten Größenordnung gar nicht erst auftreten können, weil Konvektionsströme, Turbulenzen und dgl. niedrige Temperaturgradienten erzwingen. Anhand des neueren Wissenschaftszweiges der Sonnenseismik, bei welcher großräumige Schwingungsstrukturen auf der Sonnenoberfläche untersucht werden, ergibt sich im übrigen die Erkenntnis, daß die Sonnengase bis hinab zum halben Sonnenradius turbulent sind, was in etwa 9/10 des gesamten Sonnenvolumens entspricht.

3. Die Sonne besitzt bekanntlich im Bereich ihrer Außenoberfläche ein Blasenphänomen, welches als "Granulation" bezeichnet wird. Die einzelnen Granule weisen dabei einen Durchmesser in der Größenordnung von 1000 km und eine Lebensdauer von etwa 10 min auf. Daneben gibt es auf der Sonne noch kleinere blasenfreie Bereiche, welche als "Sonnenflecken" bezeichnet werden. Abgesehen davon, daß man durch derartige "Fenster der Sonnenoberfläche" in das Sonneninnere sehr gut hineinsehen kann, ohne dabei einen sehr heißen inneren Sonnenkern erblicken zu können, ist fernerhin noch folgendes recht unerwartete Phänomen zu beobachten: Die an der Sonnenoberfläche vorhandenen Blasen sind etwa 2000°C heißer als die blasenfreien Bereiche, welche demzufolge schwarz erscheinen. Falls es sich also bei diesen Blasenstrukturen der Sonnenoberfläche um Gebilde handeln sollte, welche mehr oder weniger isotherm aus dem Inneren der Sonne aufsteigen, dann können die Temperaturen im Sonneninneren allenfalls nur etwa 6000°C betragen, was für einen thermischen Fusionsvorgang in der beschriebenen Art und Weise wohl mit Sicherheit nicht ausreichend sein dürfte.

4. Falls die Theorie mit der Wasserstoffusion korrekt wäre, dann hätte dies zur Folge, daß in der Sonne pro Sekunde in etwa 400 Millionen Tonnen Wasserstoff in Helium umgesetzt werden. Im Laufe der Zeit müßte somit der Heliumgehalt der Sonne langsam ansteigen. Als etwas störend erweist sich dann allerdings der Umstand, daß sowohl alte wie auch junge Sterne in etwa denselben Heliumgehalt von 20 % aufweisen, was letztlich gegen die Theorie der Wasserstoffverbrennung spricht.

5. Im Gegensatz zu Uran- und Wasserstoffatombomben, bei welchen es zu einer lawinenartig ansteigenden Kettenreaktion kommt, wird von der Sonne über Zeiträume von Milliarden von Jahren hinweg eine im wesentlichen konstante Wärmemenge abgestrahlt. Dabei erscheint es jedoch nicht nachvollziehbar, wie im Rahmen einer thermonuklearen Reaktion eine derartige gleichmäßige Energieabgabe zu erreichen ist, weil thermonukleare Reaktionen, so wie wir dies von unseren atomaren Fissions-Reaktoren wissen, nur mit großer Mühe unter Einsatz von Steuerstäben und einer ganz ausgekügelten Regeltechnik auf einem konstanten Niveau gehalten werden können.

6. Als äußerst bedenklich erweist sich schließlich noch folgender Umstand: Abgesehen von stellaren Körpern, wie die Sonne, wird auch aus dem Inneren der verschiedenen Planeten Wärme an den kalten Weltraum abgegeben. Dabei erscheint es einleuchtend, daß die von den Planeten abgegebene Wärme nicht thermonuklearer Natur im Sinne einer Wasserstoff-Heliumverbrennung sein kann. Die mittlerweile bekannten Wärmeströme der äußeren Großplaneten und der Erde können dabei innerhalb einer auf Eddington zurückgehenden Massen/Leuchtkraftbeziehung für Hauptreihensterne eingetragen werden, wobei es sich ziemlich überraschend zeigt, daß auch diese planetarischen Wärmeflüsse dieser Eddingtonschen Beziehung genügen. Dies muß als ein sehr starker Hinweis gewertet werden, daß die im Inneren der Sonne und der Planeten freigesetzte Wärme auf ein gemeinsames, d.h. in diesem Fall nicht thermonukleares Phänomen zurückzuführen ist. (Bezüglich ihrer eigenen Abstrahlleistung erweist sich die Erde übrigens als ein Stern der Größe 37!)

7. Abschließend sei noch auf den mittlerweile hinreichend publizierten Umstand hingewiesen, daß trotz erheblicher Anstrengungen die von der Theorie her postulierten Sonnenneutrinos mit terrestrischen Geräten nicht oder nur in zu geringen Mengen gemessen werden konnten, was ebenfalls als Argument gegen die Theorie einer thermonuklearen Fusion von Wasserstoff in Richtung Helium vorgebracht werden muß.

 

Auf die vorhandene Thematik wird in dem leider bisher noch nicht publizierten dritten Buch "Der Äther im Wattebausch" noch ausführlicher eingegangen. Da die meisten Menschen an einer gut funktionierenden Sonne ein persönliches Interesse haben dürften, würde sich dieses Thema sehr gut auch für eine größere Fernsehdiskussion eignen.

 

PS: Ceterum censeo speculum esse delendum.