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Der zweite Korintherbrief |
Nachdem auf der bourbakischen Seite die Dinge 1995 etwas in Bewegung geraten waren, verfaßte derselbe mit Datum vom 18.5.1995 ein weiteres Rundschreiben an die deutsche Presse, welches etwas ausführlicher gehalten war. Auf dem Verteilerkopf standen diesmal Der Spiegel, die SZ, Focus, die Frankfurter Rundschau, der Rheinische Merkur, der Stern, der Tagesspiegel und Die Woche.
Dieses zweite Anschreiben, welches gleichzeitig mit einem Vorabdruck des Buches "DIE HIN-KRIEGER" versandt wurde, hatte dabei folgenden Wortlaut:
Sehr geehrter Herr ....,
Ich möchte mich an Sie wenden, weil meiner
Erfahrung nach Leute aus nichtwissenschaftlichen
Redaktionsbereichen gegenüber Neuem sehr viel offener sind.
Ich habe ein kleines Problem, welches ich Ihnen vortragen möchte:
I
Um die Jahrhundertwende herum ist die Physik hier auf der Erde irgendwie "unter die Räuber gefallen": Die Theoretischen Physiker - allen voran Max Planck und Albert Einstein - haben dabei gefälscht, so wie sie nur konnten, indem sie Ableitungen von physikalischen Gesetzen rückwärts rechneten und andere unappetitliche Dinge mehr. Obwohl Leute wie Karl Popper lautstark verkündet hatten, daß bestehende Theoriengebäude permanent falsifiziert, d.h. auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft werden müssen, hat sich darum niemand gekümmert, so daß in der gewohnten Weise weitergemacht werden konnte. Die letzte Auseinandersetzung über die Grundlagen der Physik fand am 23. September 1920 in Bad Nauheim statt. Sie dauerte gerade eine Viertelstunde und das Protokoll über die Auseinandersetzung wurde in der Folge dann auch noch gefälscht. Dies nur zur Erläuterung der vorhandenen Fakten!
II
Im Hinblick auf den Umstand, daß die derzeit an den Universitäten gelehrte Physik falsch ist, und ich persönlich diesen Zustand für den Fortbestand der Menschheit als nicht sehr förderlich ansehe, werde ich in der nächsten Zeit diese gefälschte Physik des 20. Jahrhunderts stürzen.
Meine derzeitige Ausgangssituation ist für ein derartiges Unterfangen gar nicht so schlecht. Es stehen mir nämlich u.a. folgende Materialien zur Verfügung:
1. Ein bereits 1990 vor den Toren der Frankfurter Buchmesse präsentiertes Buch mit dem Titel "Der Sündenfall der Physik", in welchem einzelne Aspekte der gefälschten Physik zur Erörterung gelangen.
2. Ein soeben fertiggestelltes Buchmanuskript mit dem Titel "DIE HINKRIEGER", welches ich Ihnen in der Anlage als Lektüre zukommen lassen möchte. Das Buch enthält mehr die menschlichen Aspekte dieses Sündenfalls, was natürlich den großen Vorteil hat, daß man dafür nur in sehr beschränktem Maße physikalische Vorkenntnisse besitzen muß.
Für dasselbe suche ich derzeit noch einen Verlag, wobei Sie sich natürlich denken können, daß dies in der derzeitigen Medienlandschaft relativ schwierig ist, weil die Verleger in deutschen Landen alle das schnelle Geld wollen und schwierigeren Dingen aus dem Wege zu gehen suchen. Das Buch ist übrigens noch nicht lektoriert - sicherlich müßte da noch einiges herausgestrichen werden. Diesbezüglich möchte ich Sie somit bitten, daß Sie an die derzeit vorliegende Fassung keine allzu hohen Maßstäbe anlegen.
3. Ein weitgehend ebenfalls fertiggestelltes Buchmanuskript mit dem derzeitigen Titel "Der Äther im Wattebausch", welches meine neue Physik enthält.
Beachtenswert ist dabei vor allem der Umstand, daß ich darin ein relativ einfaches Kochrezept angeben kann, wie Gravitation funktioniert. Für dieses Prinzip wird derzeit ein sehr anschauliches Funktionsmodell gebaut. Dasselbe besteht im wesentlichen einem wassergefüllten Glassturz und einem Apfelbaum, von welchem die Äpfel herunterfallen, sobald man an dem Glassturz etwas tut. Das Modell läßt sich sehr gut vor einem Fernsehpublikum vorführen.
Ein anderer Aspekt ist ein ganz neuartiger Ansatz, wie die ganze Quantenphysik wirklich funktioniert. Schrödinger hatte sich bekanntlich von der Quantenphysik verabschiedet, indem er sagte, wenn er gewußt hätte, daß es bei dieser Quantenhupferei bleibt, er es bedauere, sich jemals mit diesem Gegenstand befaßt zu haben. Nun, es scheint so zu sein, daß die Spektrallinien von Gasatomen nicht dadurch zustandekommen, daß in indeterminierter Weise Elektronen von gewissen Bahnen auf andere springen, sondern indem Gasatome physisch miteinander kollidieren, wobei es entsprechend der Balmerschen Gleichung zu einer Ausbildung von hochfrequenten Differenzsignalen kommt. Diesbezüglich läßt sich auch ein ziemlich einfaches Experiment durchführen, indem man unterschiedliche Gasatome aufeinander schießt, und dabei feststellt, was für Emissions- oder Absorptionslinien dabei herauskommen. Falls bisher unbekannte Spektrallinien dabei entstehen, so müßte dies als Beweis angesehen werden, daß dieser mein Modulationsvorschlag den tatsächlichen Gegebenheiten entspricht. Alles war man für ein derartiges Experiment benötigt, ist ein Labor mit einem Spektrometer sowie Hochdruck-Gasflaschen mit Düsen, mit welchen man unter sehr hohem Druck stehende unterschiedliche Gase auf einen gemeinsamen Raumpunkt ausrichtet. Dies macht wahrscheinlich sehr viel Krach und es könnte möglicherweise auch etwas schwierig sein, bis man die kollidierenden Gasatome zum Aufleuchten bringt. Im Hinblick auf den Sonolumizenzeffekt müßte die Sache jedoch prinzipiell machbar sein. Ich habe mittlerweile dieses Experiment einigen wissenschaftlichen Instituten vorgeschlagen, aber sehr viel Freude erntet man mit derartigen Vorschlägen natürlich nicht.
4. Darüber hinaus läuft beim Deutschen Patentamt noch eine Patentanmeldung betreffend einem neuartigen Ätherwindmeßgerät, welches nicht auf quadratische Glieder, sondern bereits auf lineare Glieder zum Ansprechen gelangt, und welches demzufolge im Vergleich zu Michelson-Interferometern um einen Faktor 105 genauer sein müßte. Die Patentanmeldung dürfte demnächst zur Erteilung gelangen. In den nächsten Tagen habe ich eine Anhörung beim Prüfer, bei welcher die zur Erteilung gelangende Endfassung erarbeitet werden soll. (Das Anmeldeverfahren der Anmeldung ist bereits recht merkwürdig verlaufen, indem eine Anhörung stattfand, bei welcher der Präsident des Deutschen Patentamtes (!!!) persönlich teilgenommen hatte. Der ursprüngliche Prüfer mußte schließlich wegen Befangenheit abgelehnt werden. Jetzt habe ich einen neuen Prüfer, mit welchem es etwas besser zu gehen scheint.) In dieser Patentanmeldung stehen übrigens so einige Dinge drin, welche der Theoretischen Physik sehr weh tun werden.
Zwei weitere Faktoren sollten hier noch berücksichtigt werden:
5. Von meinem im Selbstverlag produzierten "Sündenfall der Physik" dürften über die Jahre hinweg allenfalls drei oder vier Exemplare in die USA gewandert sein. Dies muß jedoch ausreichend gewesen sein, damit im November 1994 die sehr renommierte "New York Academy of Scienses" mir ihre reguläre Mitgliedschaft angeboten hat. Dies kann letztlich nur bedeuten, daß ich in Insiderkreisen bereits bis nach New York hin bekannt bin, obwohl hier in Deutschland mich zumindest die Medien noch gar nicht wahrgenommen haben.
6. Während die in- und ausländische Industrie im wesentlichen so tut, als gäbe es diese ganze Umweltproblematik mit dem CO2-Ausstoß, dem Ozonloch etc. gar nicht, sind die Versicherungskonzerne in dieser Richtung sehr viel hellhöriger geworden, weil zumindest letztere begriffen haben, daß bei einer dramatischen Klimaverschlechterung ganz gewaltige Schadenssummen auf sie zukommen könnten. Aufgrund dieser Hellhörigkeit scheinen dieselben auch begriffen zu haben, daß Zukunftsprognosen mit einer falschen Physik problematisch erscheinen, so daß auch der Faktor "Physik" nicht so ganz ausgespart bleibt. Jedenfalls hat dies dazu geführt, daß ich nunmehr von der Gerling Akademie in Zürich, welche irgendwie mit der Gerling-Versicherung in Köln zusammenhängt, einen Druckkostenzuschuß in Höhe von 15 000 SFr für die Fertigstellung meiner beiden Bücher "DIE HINKRIEGER" und "Der Äther im Wattebausch" erhalte. Dies ist zwar nur eine Art Taschengeld und löst vor allem meine Verlagsprobleme nicht. Als kleine Anerkennung ist eine derartige Tatsache dennoch zu werten.
Abschließend sollte vielleicht noch erwähnt werden, daß ich über die Jahre hinweg eine ganze Menge von schriftlichem Material gesammelt habe, so u.a. die Kopien einer 60seiten langen Anzeige bei der Kölner Staatsanwaltschaft gegen die Deutsche Physikalische Gesellschaft wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung (welche natürlich abgeschmettert wurde!), interessanten Schriftverkehr wegen einem von mir gewünschten Abdruck einer Gegendarstellung in der Tagespresse, Briefe von Nobelpreisträgern, welche auf mich absolut sauer reagierten, ein Brief von Karl Popper, welcher mir schrieb, daß die Relativität natürlich alles Schwachsinn sei, und dgl. Dinge mehr. Dies nur zur Abrundung des Bildes. Material für ein Witzbuch über die Physik ist im übrigen ebenfalls bereits vorhanden.
Nun, insgesamt ist das gar nicht so schlecht, wenn Sie bedenken, daß Ihnen bisher wohl kaum ein Mensch über den Weg gelaufen ist, welcher vorgibt, daß er jetzt die Physik des 20. Jahrhunderts kippen werde, und welcher dabei gleichzeitig zu wissen glaubt, wie Gravitation im Groben funktioniert, oder wie das mit der Quantenphysik wirklich, d.h. ganz ohne Quanten abgeht, welcher darüber hinaus auch noch drei voll ausgewachsene Bücher zu diesem Thema auf Lager hält und zu allem Überfluß seit November 1994 noch "elected member of the New York Academy of Sciences" ist.
Dazu noch eine Bemerkung. Mein Sündenfall von 1990 endet mit dem folgenden Satz: "Nachdem der durch die Philosophie von Marx und Engels getragene historische Materialismus aufgrund der letzten Entwicklungen in Osteuropa seinem Ende zuzugehen scheint, ergibt sich der Eindruck, daß dem derzeit gültigen naturwissenschaftlichen Materialismus ein ähnliches Schichsal beschieden ist." Nun - ich kann dies zwar nicht beweisen - aber mein Eindruck ist, daß da drüben in New York einige sehr intelligente Leute sitzen, welche diese Botschaft sehr wohl verstanden haben und welche mir aufgrund der zugestandenen Mitgliedschaft bei dieser Akademie zu verstehen geben möchten, daß sie mir diese korrupte Physik des 20. Jahrhunderts zum Abschuß freigeben. Da die dazu erforderliche Munition mittlerweile in ausreichendem Maße vorhanden ist, fehlen dazu eigentlich nur die Medien, welche sich wie Kriegsberichterstatter verhalten, die nicht auf den Auslöseknopf zu drücken wagen, wenn es zu pfeifen anfängt. (Dies sollte kein persönlicher Vorwurf gegen Sie sein, sondern nur ganz allgemein das Verhalten der Medien kennzeichnen!)
Dabei scheint auch der jetzige Zeitpunkt für einen Umbruch der Physik nicht schlecht gewählt zu sein. Georges B. Shaw wird die Aussage in den Mund gelegt: "Ptoleny made a Universe, which lasted 1400 year; Newton also made a Universe, which lasted 300 years. Einstein made a Universe and I can't tell you how long that Universe will last". Nun, wie Sie sehen, die Intervalle werden immer kürzer und ein erneuter Umbruch der Physik kurz vor der Jahrtausendwende erscheint in der Tat greifbar.
III
Was nun die Medien betrifft, so wird allgemein behauptet, daß sie ihr Ohr am Pulsschlag der Zeit hätten. Ich für meine Person habe davon natürlich noch relativ wenig gespürt. Obwohl ich mich mit meinem Pseudonym "Georges Bourbaki" schon seit einigen Jahren auf dem weiten Feld einer Antiphysik herumbewege, und dabei sehr leicht sowohl unter meiner Adresse (80798 München, Agnesstraße 16), meiner Telefon-Nr. (089-2711491) als auch einer Fax-Nr. (089-2713549) zu erreichen bin, und obwohl meine Visage den Medien vertraut sein müßte (siehe beispielsweise SZ vom 10.12.1981 Seite 3), so hat bisher noch kein einziger Journalist es für nötig empfunden, seine Füße über meine Türschwelle zu setzen, nur um feststellen, wer hinter diesem komischen Bourbaki wirklich steckt. Dabei bin ich in Insiderkreisen erwiesenermaßen bis nach New York bekannt, und beherrsche dabei mein Handwerk wohl besser als anderen aus dem Antiestablishment. (Dies mag zwar etwas vermessen klingen, aber was mir so an Antileuten bisher über den Weg gelaufen ist, fand ich nicht sehr überzeugend. Dies schließt so Leute wie Capra und Sheldrake ein, welche aus meiner Sicht nur ziemlich viel Schaum schlagen!)
Nur, um Ihnen zu erklären, wie es so mit den Medien geht, über die Osterfeiertage war ich bei einem Freund am Gardasee. Beim Ostermahl mit einem sehr exquisiten Hasen flötete eine anwesende Dame von Feuilletonteil einer großen Tageszeitung, daß die Neugier für den Journalisten wohl die wichtigste Eigenschaft sei. Daraufhin bekam ich einen kleinen Lachanfall und meinte etwas ironisch, daß nach meiner persönlichen Erfahrung dies wohl kaum zutreffen könne. Die Neugier der betreffenden Dame war dabei derart, daß es nicht einmal für eine kleine Nachfrage gereicht hatte. Mein Freund am Gardasee - übrigens ein ehemaliger Mitarbeiter der FAZ - gab mir beim Abschied noch den guten Ratschlag, daß ich meine Bücher doch ins Englische übersetzen lassen sollte, denn drüben in England wäre man für derlei Dinge wohl etwas offener. Nun, ob dies tatsächlich notwendig erscheint, hängt wahrscheinlich nur von den Journalisten ab, weil die das Szepter in der Hand halten!
In diesem Zusammenhang möchte ich noch auf die folgenden zwei Punkte hinweisen:
1. In § 3 des deutschen Presserechts werden bekanntlich die Rechte und Pflichten der Presse festgelegt. So heißt es beispielsweise in § 3 (1) des bayerischen Gesetzes über die Presse von 3. Oktober 1949: "Die Presse dient dem demokratischen Gedanken". Aus meiner Sicht erfüllt die Presse - zumindest was die Physik betrifft - nicht die an sie gestellten Anforderungen, heißt es doch in dem Vorwort eines bereits um 1930 (!!!) publizierten Buches mit dem Titel "100 Autoren gegen Einstein": "Zeitschriften und Zeitungen, die allein die Stimme der Aufklärung und Kritik oder doch wenigstens des Zweifels vor die Hunderttausende zu bringen in der Lage wären, scheinen sich mit verschwindend wenig Ausnahmen verschworen zu haben, jedes, auch das platteste Ja zu bringen, jedem Nein sich zu verschließen. Ähnliches gilt leider auch für die Haltung der Verleger und neuerdings schließt sich der gleichen Parole auch der Rundfunk an. Forscher von größtem Namen wissen hiervon zu berichten." Dies erscheint mir nur insoweit nicht so ganz verständlich, weil ich nicht einsehen kann, was Journalisten an gedehnten Maßstäben, verstellten Uhren und gekrümmten Räumen auf die Dauer so schön finden.
2. Da spätestens seit Rio de Janeiro und Berlin bekannt sein dürfte, daß wir Menschen mit unseren Aktivitäten das Klima der Erde versauen, und darüber hinaus einleuchtend erscheint, daß die sich ergebenden Konsequenzen allein mit einer korrekten Physik in zufriedenstellender Weise abgeschätzt werden können, ist insoweit eine gewisse Notstandsituation entstanden, für welche ich den § 223c StGB geltend machen möchte. Derselbe lautet dabei wie folgt: "Wer bei Unglücksfällen oder gemeiner Gefahr oder Not nicht Hilfe leistet, obwohl dies erforderlich und ihm den Umständen nach zuzumuten, insbesondere ohne erhebliche eigene Gefahr und ohne Verletzung anderer wichtiger Pflichten möglich ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft." Nun, ich nehme an, daß diese gesetzliche Bestimmung ganz generell auch für die deutsche Presse gilt.
IV
Im Hinblick auf die sich ergebende Situation, was ist zu tun?
- Zuerst einmal möchte ich Sie inständig bitten, daß Sie Ihre Wissenschaftsredaktion aus dieser Sache heraushalten. Mafia läßt sich bekanntlich nicht dadurch bekämpfen, indem eventuell vorhandene Mitglieder - und diese Möglichkeit muß leider ebenfalls bei der Wissenschaftsredaktion Ihrer Zeitung in Erwägung gezogen werden - befragt werden, ob sie nun zu dieser Mafia angehören oder nicht.
- Darüber hinaus möchte ich Sie bitten, daß Sie das anbei überreichte Buch lesen. So wie bereits erwähnt, enthält dasselbe vor allem den menschlichen Teil der ganzen Angelegenheit, so daß auch Sie als Geisteswissenschaftler keine Schwierigkeiten haben dürften, den Inhalt des Buches zu verstehen. Bitte beachten Sie, daß ich in dasselbe alle nur denkbaren Bosheiten hineingesteckt habe, in der Annahme, daß der Lektor mir das Schlimmste schon herausstreichen werde. Nun ist das Buch derzeit noch unlektoriert und alle Bosheiten stecken weiter drin, so daß es derzeit mehr an einen Physik-Porno-Krimi erinnert, was natürlich in gewisser Weise in unsere heutige Zeit paßt.
- In der Folge möchte ich Sie dann auch noch bitten, daß Sie sich selbst ein wenig auf den recht mühsamen Weg der Wahrheitssuche machen, indem Sie gewisse Teilbereiche der in diesem Buch geschilderten Ereignisse nachrecherchieren oder nachrecherchieren lassen, nur um auf diese Weise sicher zu gehen, daß ich Ihnen nicht das Blaue vom Himmel heruntererzähle. Falls von Ihrer Seite gewissen Fragen bestehen sollten, stehe ich Ihnen im übrigen als Gesprächspartner gerne zur Verfügung.
Nachdem dies alles geschehen ist, sollten Sie wohl den Umstand näher ins Auge fassen, daß von Ihrer Zeitung etwas geschieht, denn die Presse dient nun einmal dem demokratischen Gedanken, während gleichzeitig außer Frage stehen dürfte, daß Mafia generell nicht gut ist und dies erst recht auch für die Physik zu gelten hat. Der Umstand, daß eine renommierte Wissenschaftsakademie, mit welcher ich nie und nimmer etwas zu tun hatte, mir plötzlich ihre Mitgliedschaft angeboten hatte, sollte dabei als zusätzliches Indiz gewertet werden, daß von Seiten Ihrer Zeitung ein gewisser Handlungsbedarf besteht.
Was nun im einzelnen von Ihrer Zeitung aus erfolgt, möchte ich natürlich Ihnen überlassen. Von meiner Seite her könnten jedoch die folgenden Vorschläge gemacht werden:
1. Sie suchen sich in Ihrer Zeitung einen jungen, intelligenten Journalisten mit breiter, vorzugsweise humanistischer Grundausbildung, welcher jedoch soweit praktisch veranlagt ist, daß er beispielsweise einen kaputen Föhn selbst wieder reparieren kann. Denselben setzen Sie auf meine Fährte an und der soll dann auch immer wieder über dieses Physikmalheur der Menschheit kleine Artikelchen schreiben, die in Ihrer Zeitung einmal hier, einmal dort publiziert werden. Das Material dazu findet sich wahrscheinlich in meinen Büchern und kann eventuell auch noch von mir besorgt werden. Je wilder die Physiker vom Establishment darauf reagieren werden, desto sicherer werden Sie sein, daß ich mit meiner Vermutung recht habe.
2. Sie kümmern sich ein wenig darum, daß ich für meine Bücher einen vernünftigen Verlag bekomme. Bei meiner bisherigen Verlagssuche hatte ich gelegentlich den Eindruck, daß ich unter Stalin in Rußland lebe. Mit ein paar Telefonanrufen läßt sich so etwas sicherlich auch von einer Zeitungsredaktion aus regeln, vor allem dann, wenn ein Buchverlag an Ihrer Zeitung angeschlossen sein sollte.
3. Der Nobelpreisträger Feynman, welcher wirklich etwas von der Quantenphysik verstanden hat, soll einmal gesagt haben: "I think, I can safely say, that nobody understands quantum mechanics." Mein Vorschlag - warum organisieren Sie nicht ein Preisausschreiben mit ein paar Hunderttausendmark Preisgeld, welches derjenige erhalten soll, welcher mit einer für alle Menschen verständlichen Quantenphysik daherkommt? Ich würde mich mit Freude an einem derartigen Preisausschreiben beteiligen. (Im ganzen schriftlichen Nachlaß von Bohr und Heisenberg findet sich im übrigen kein einziges Mal das Wort "Hochfrequenzmodulation". Der Grund ist wohl der, daß diese Herrn Theoretiker so blöde oder borniert waren, daß sie zu keinem Zeitpunkt an eine derartige, an sich naheliegende Möglichkeit gedacht hatten!)
4. Eine andere Möglichkeit wäre die, daß Sie erneut einen kleinen Bad-Nauheim-Kongreß aus dem Jahr 1920 organisieren, bei welchem über die Grundlagen der Physik gesprochen wird. Dazu sollte natürlich mehr als eine Viertelstunde Zeit bereitgestellt werden, und das Fernsehen sollte auch noch anwesend sein, damit nicht nachträglich das offozielle Protokoll frisiert werden kann.
5. Eine weitere Möglichkeit, korrigierend einzugreifen wäre auch die, daß Sie mir einen Sponsor finden, der mir finanziell ein wenig unter die Arme greift. Mein Physikprojekt ist derzeit noch gräßlich unterfinanziert.
Dazu fallen mir noch drei weitere Möglichkeit ein:
6. Finden Sie mir bitte ein Labor, welches bereit ist, mein Experiment mit den aufeinanderkollidierenden Gasatomen durchzuführen.
7. Organisieren Sie mir bitte die finanziellen Mittel, damit das Ätherwindmeßgerät gemäß meiner Patentanmeldung tatsächlich gebaut und in der Folge auch in Chile oder Bolivien aufgebaut werden kann. Ein derartiges Gerät ist sicherlich nicht ganz billig. Wenn man die erforderlichen Entwicklungskosten dazuzählt, dürfte ein derartiges Gerät wohl 1 bis 2 Millionen DM kosten. (In der Vergangenheit hatte ich schon einmal bei den Zeiss-Werken in Oberkochen angefragt, was so ein Gerät kosten würde. Dabei habe ich natürlich keine vernünftige Antwort bekommen!)
8. Ein durchaus interessanter Punkt, welcher nur ein paar Tausend Mark kosten würde, wäre noch folgender: Von einer Person aus dem Antiestablishment hatte ich gehört, daß die Sache mit der heißen Fusion in der Sonne nicht so ganz stimmen könne. Dieser Sache bin ich dann nachgegangen. Dies hatte dann die Folge, daß sich in meinem dritten Buch "Der Äther im Wattebausch" ein ganzes Kapitel findet, in welchem ich anhand von 8 oder 9 unterschiedlichen Punkten aufzeigen kann, daß die Sonne wohl kaum ihre Energie aus der heißen Fusion im Sonnenkern bei Temperaturen zwischen 10 und 20 Millionen °C beziehen kann.
Bei einem dieser Punkte geht es um die Granulation in der äußeren Photosphäre der Sonne. Das sind blasenartige Strukturen mit einem Durchmesser von etwa 1000 km und einer Lebensdauer von etwa 15 min. Anhand von Sonnenflecken, welcher Löcher in der Photosphäre darstellen, ist erkennbar, daß diese Granulen nach unten hin einen langen Schwanz aufweisen, so daß dieselben eher einem schlecht aufgeblasenen Höhenballon gleichen. Von der etablierten Physik wird die Behauptung aufgestellt, daß diese Granule reine Oberflächenphänomene seien. Dies erscheint notwendig, weil man ansonsten die 10 bis 20 Millionen°C im Sonnenkern nicht erreicht. Nun, ich bin mittlerweile der Auffassung, daß diese Granule eine Art "Blasen" sind, welche aus dem Sonneninneren nach oben hin aufsteigen. Dieser Eindruck ergibt sich u.a. auch deshalb, weil man bei der Rotation der Sonne seitlich gegen einen zum äußeren Sonnenrand wandernden Sonnenflecken sehen kann und dabei eine Eindellung bemerkt. Eines ist dabei klar, falls die Granule vom Sonneninneren in der Tat von innen her aufsteigen sollten, dann transportieren dieselben eine derart große Energiemenge, daß im Sonnenkern nie und nimmer die für die Heliumfusion erforderlichen 10 bis 20 Millionen°C auftreten können.
Zur Überprüfung dieses Sachverhalts kann man etwas sehr einfaches tun: Man organisiert einen ein- bis zweistündigen Videofilm von Sonnenflecken und den dazugehörigen Granulen - das beste, was derzeit auf dem Markt zu finden ist. Dann nimmt man einen Videogroßprojektor und eine dazugehörige Leinwand und fährt damit an den Bodensee nach Salem. Einer oberen Schulklasse diese Instituts sagt man dann: "Wir projezieren Euch jetzt einen ganzen Tag lang mehrmals diesen Videofilm von der Sonne - vorwärts, rückwärts, mit Stillstandsbildern, wie ihr wollt. Ihr habt gute Augen und seid geistig nicht vorbelastet. Sagt uns bitte am Ende des Tages, sind das Blasen, welche aus dem Sonneninneren aufsteigen, oder sind das Blasen, welche nur an der Sonnenoberfläche auftreten." Die betreffenden Salem-Schüler würden sicherlich bei einer derartigen Aktion gerne mitmachen.
Das Resultat dieses Versuchs müßte dann mit der dazugehörigen Begründung der Schüler in einer Zeitung veröffentlicht werden. Die Kosten für einen derartigen Versuch könnten allenfalls bei etwa 10 000,00 DM liegen. Falls das Resultat sein sollte, daß die Blasen aus dem Sonneninneren nach außen aufsteigen, so wie dies mein Eindruck ist, dann können Sie sich vorstellen, was das in Astronomenkreisen für einen Aufruhr geben würde: Die ganzen Sonnenmodelle, welche mit viel Aufwand auf Großrechnern berechnet worden waren, sind plötzlich Schrott, und die so gut ausgedachten Sternentwicklungen im Herzsprung-Russel-Diagramm stehen dann plötzlich erneut zur Diskussion. Und das alles bei Kosten von etwa 10.000,00 DM.
Es gäbe da sicherlich noch einige Möglichkeiten. Für den Anfang dürfte dies jedoch ausreichen.
Für ein längeres Gespräch stehe ich Ihnen wie bereits erwähnt gerne zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Georges Bourbaki
1 Anlage
PS.
Noch ein kleines Zitat von Rolf Gerling, dem in Lugano lebenden Chef der Gerling-Versicherung, in einem mit "Heldenmythos, Risiko und Wagnis" betiteltem Artikel: "Eine industrudielle Gesellschaft, die es nicht wagt, ihre Katastrophenpotentiale anzuschauen, weil sie von ihnen "panische" Angst hat, ist eine Gesellschaft, die vom Ungeheuer beherrscht wird und der Selbstzerstörung geweiht ist." Haben Sie Angst?
Die Reaktion der deutschen Presse darauf war wiederum recht mager.
1. Mit Schreiben vom 25.05.1995 bedankt sich die Frankfurter Rundschau für die Zusendung und stellt fest, daß sie in der Sache nicht behilflich sein kann.
2. In einem sehr freundlichen persönlichen Schreiben bringt der Herausgeber vom Tagesspiegel in einem Schreiben vom 7.6.95 zum Ausdruck, daß der Tagesspiegel eine sehr kleine Zeitung sei, und derartige Dinge gar nicht anfassen könne.
3. Die Woche schreibt in einem Schreiben vom 7.6.95, daß sie für das Material keine Verwendung hätten.
4. Am 23.6.95 bedankt sich schließlich der Herr Augstein vom Spiegel mit einem vollkommen automatisch geschriebenen Computerbrief für das zugesandte Material.
Und das war es dann schon!
PS: Ceterum censeo speculum esse delendum.