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Meine geschätzten Freunde, die Journalisten

 

Ich habe einen guten alten Journalistenfreund namens Siegfried Broesecke. Der arbeitete früher zur Zeiten von de Gaulle zusammen mit dem Scholl-Latour für das Deutsche Fernsehen in Frankreich. Für die Abendnachrichten mußte er sich dabei häufig an das Mikrophon klemmen, um den Leuten zu Hause zu berichten, was so alles in Frankreich los ist.

Einmal war wieder so eine Kriesenkabinettsitzung angesagt, weil der Franc erneut abgewertet werden sollte. Alles in Frankreich war nervös - die Krisensitzung mit dem de Gaulle dauerte und dauerte und alle Reporter hatten sich schon darauf festgelegt, daß der Franc nun eben abgewertet werde. Mein Freund Siegfried mußte dann auch noch schnell ans Mikrophon, um für die 8-Uhr-Nachrichten über diese Kriesensitzung mit dem de Gaulle zu berichten. Siegfried, - live in allen deutschen Wohnzimmern - meinte dann aber, dieser de Gaulle wäre doch ein alter Fuchs, dem nicht zu trauen wäre und so wie er den de Gaulle kenne, würde der seinen Franc jetzt doch nicht abwerten. Etwa eine Stunde später - die Abendnachrichten waren längst gesendet - öffneten sich die großen Schwingtüren im Elyséepalast und herausströmten die Kabinettsmitglieder, welche berichteten, de Gaulle habe beschlossen, daß der Franc nun doch nicht abgewertet werde. Meine lieben Internetfreunde, sehen Sie, das ist guter Journalismus - die Dinge vorausahnen, bevor sie passieren!

In der deutschen Medienlandschaft ist so etwas leider sehr selten geworden. Insbesondere bei den sogenannten meinungsbildenden Printmedien ist das heute kaum mehr zu finden. Die Herren Schreiberlinge haben nämlich alle Angst, daß sie sich einen Schiefer einziehen könnten, und so wird am Ende nur das berichtet, was die Tacker bereits zuvor ausgespuckt hatten. Reine Feigheit natürlich! Auf Enzensberger geht der Ausspruch zurück: "Die Ehre der neuen Männlichkeit heißt Feigheit!" Dies scheint ganz besonders für unsere deutsche Presse zu gelten.

Die ganze Situation ist dabei irgendwie schizophren: Da reisen auf der einen Seite unsere Kriegsberichterstatter in fremde Länder, wie Ruanda, Bosnien und Tschetschenien, und sind dabei durchaus auch bereit, für sich "eine kleine Bleivergiftung" in Kauf zu nehmen, was in der Folge zu großen Nachrufen, Sonderartikeln und dgl. vor allem aus den unmittelbar betroffenen Redaktionen führt. So etwas nennt man ehrenhaft, mannhaft - man starb im Einsatz, um den lieben Mitbürgern zu Hause die grausige Realität der Welt möglichst hautnah an den Frühstückstisch oder ins Schlafzimmer zu liefern. Gelegentlich ist dann eben die eigene "Bleivergiftung" auch mit dabei.

Auf der anderen Seite zu Hause am Redaktionsschreibtisch, da sind diese Leute plötzlich wie ausgewechselt: Da ist man feige, daß man schon aus reiner Gewohnheit zittert, so als ob man jeden Tag einen Malariaschub hätte oder an Parkinson leiden würde. Das geht so weit, daß die Redaktionen der großen Zeitungen mittlerweile wie Festungen aus dem Mittelalter ausgebaut sind, so daß niemand mehr hineinkommen kann, es sei denn, er konnte sich zuvor einen besonderen Besucherausweis ergattern.

Und wenn dann so jemand wie der Bourbaki im Rahmen eines ganz höflich formulierten Schreibens um einen Gesprächstermin bittet - nichts ist zu machen, den Bourbakis bleiben die Türen aller Redationsräume versperrt!

Aus der Sicht von Journalisten ist Realität anscheinend nur das, was man durch die eigene Redaktionsbrille sehen kann oder sehen will. Dem Bourbaki hätte die beschränkte Sehfähigkeit von Journalisten beinahe schon einmal das Leben gekostet, als er nämlich vor Jahren einen sehr englisch wirkenden Uraltfreund mit dem außergewöhnlichen Namen "Nicki Asheshov" - sein russischer Großvater hatte vor 1917 in Indien die Cholera bekämpft und war dann nach der russischen Revolultion nach England emigriert - in Lima wiedertraf, nachdem letzterer entsprechend eigener Aussage der bestverdienendste Journalist in Peru geworden war. Jedenfalls hängte sich der Bourbaki abends bei seinem alten Freund Nicki ein, um noch irgendwo in ein Restaurant zu wandern, ohne allerdings zu wissen, daß sein Freund an einer zugegebenermaßen medizinisch bedingten Störung des Gesichtsfeldes litt, was bei dem starken Abendverkehr von Lima fast zu einer Katastrophe geführt hätte.

Um jedoch den Hauptfaden weiterzuspinnen, als der Bourbaki seinerzeit vor den Toren der Frankfurter Buchmesse 1990 sein erstes Buch "Der Sündenfall der Physik" zur Präsentation brachte, versuchte er natürlich auch, mit der deutschen Presse Kontakt aufzunehmen, indem er das Pressezentrum der Buchmesse mit seinen Flugblättern vollkleisterte, Freiexemplare in entsprechenden Begleitschreiben an die großen Zeitungen versandte etc. etc. Für die in Frankfurt beheimateten Zeitungen machte sich der Bourbaki persönlich auf den Weg. Herr Flöhl vom Wissenschaftsressort der FAZ war nicht zu erreichen, ein Freiexemplar des Sündenfalls wurde allerdings dankend an der Empfangstheke entgegengenommen. Bei der Frankfurter Rundschau wurde dem Bourbaki hingegen berichtet, daß der Herr vom Ressort "Natur und Wissenschaft" gerade eine längere Testfahrt mit einem neuen Automobil durchführen würde und demzufolge für längere Zeit nicht im Hause sei. Liebe Journalisten - wenn Ihr weiter nichts im Kopf habt, als irgendwelche blöden Autos auszuprobieren und das ausgerechnet während der Frankfurter Buchmesse, dann darf man sich nicht wundern, wenn am Ende alles den Bach hinuntergeht. Liebe Journalisten, wo sind Eure Ideale, Eure Zielsetzungen?

Nur, um dieses Bild einer redaktionellen Schlafmützigkeit noch etwas ausführlicher auszumalen, das einzige Mal, daß es dem Bourbaki innerhalb seiner bereits mehrjährigen Karriere geglückt war, in das Innere eines Redaktionsgebäudes einer größeren Zeitung einzudringen, war anläßlich eines am 1. Februar 1996 im Feuilleton der SZ erschienen Artikels über den General Jean Denis Bourbaki, welcher vor 150 Jahren am Ende des deutsch-französischen Krieges von 1970/71 in einer etwas unrühmlichen Art und Weise mit seinem ziemlich zusammengewürfelten Heer in die Schweiz abgedrängt worden war - was übrigens den einzigen militärischen Einsatz der schweizer Armee in neuerer Zeit bedeutete -, worauf der besagte General aufgrund dieser Schmach einen Selbstmordversuch unternahm, den er allerdings überlebt hatte. Auf diesen Artikel in der SZ hin hatte ich mich bei der Autorin dieses Artikels schriftlich für den sehr gelungenen Bericht "über meinen Großvater" bedankt, was in der Folge zu einem längeren Telefongespräch und einer Mittagsesseneinladung mit dem Leiter des SZ-Feuilletons, einem Herrn Dr. Willms geführt hatte. Während des Mittagessens mußte ich dem Herrn Willms dann allerdings reinen Wein einschenken und über die ganze Problematik der Physik des 20. Jahrhunderts berichten. Selbst ein derartiger Kontakt mit dem Leiter des Feuilletons einer großen Zeitung hatte in der Folge jedoch zu keinen weiteren Konsequenzen geführt.

Nur, um noch ein wenig weiter auszuführen, wie das so geht, -vor etwa zwei Jahren verbrachte der Bourbaki seine Osterferien bei einem anderen Journalistenfreund, einem ehemaligen FAZ-Mitarbeiter, welcher mittlerweile in einem sehr schönen Refugium am Gardasee lebt. Bei einem sehr frugalen Ostermahl mit einem Hasen in einem Restaurant hoch über dem See hatte sich eine größere Tischrunde zusammengefunden, bei welcher auch eine Redakteurin des FAZ-Magazins anwesend war. Dieselbe flötete dann ganz unvermittelt über den Tisch hinweg, daß doch die Neugier die wichtigste Eigenschaft eines Journalisten sei. Daraufhin bekam der Bourbaki einen kleinen Lachanfall und meinte in unüberhörbarer Weise, daß er desgleichen wohl noch nicht so recht beobachtet habe. Der betreffenden Dame muß dieser Bourbakische Lachanfall jedoch derart überraschend gekommen sein, daß ihre Neugier nicht einmal so groß war, daß es für eine kleine Nachfrage gereicht hatte. Merkwürdig diese Werbetrommler in der eigenen Sache!

Mag sein, daß dieser Georges Bourbaki mittlerweile ein etwas gestörtes Verhältnis zu dieser selbstdarstellerischen Zunft der Journalisten hat. Aber was ich persönlich nicht ausstehen kann, ist dieses gräßliche Drückebergertum und diese Feigheit, welche einem von dieser Seite immer wieder begegnet. Bei derartigen Gelegenheiten verkünde ich dann immer ganz laut, daß wir Deutsche den Zweiten Weltkrieg wohl zweimal verloren hätten, zuerst einmal rein physisch, als die Amis und die Russen plötzlich an der Elbe und der Oder standen, und ein zweites Mal im Kopfe, als bei unserem Wirtschaftswunder-Dingsbums die eingenen Prinzipien und die innere Geradlinigkeit auch noch den Bach heruntergingen. Im spanischen spricht in diesem Fall von den "Cojones". Die hat man zwar nicht im Kopf, sondern ganz wo anders, aber letztlich läuft das auf dasselbe hinaus: Liebe Journalisten - wo sind Eure Cojones?"

Diese ganze Zunft von Journalisten ist im Grunde recht schlecht zu verstehen. Da hat beispielsweise der mittlerweile verstorbene schwedische Nobelpreisträger Hannes Alvén 1978 auf der Nobelpreisträgertagung von Lindau folgendes gesagt: "Es gibt gute und böse Experimente. Die guten bestätigen die Theorie, sie werden schnellstens veröffentlicht. Die bösen widerlegen die Theorie und dürfen keinesfalls publiziert werden. Auf diese Weise bleibt die Lehrmeinung widerspruchsfrei." Warum tut Ihr Journalisten nichts, wenn Ihr so einen solchen Satz hört? Glaubt Ihr am Ende, daß der Herr Alvén so etwas nur zu seiner reinen Belustigung gesagt hatte?

Oder da wird beispielsweise dem Herrn Carl Friedrich von Weizsäcker, dem Bruder unsere ehemaligen Bundespräsidenten, der folgende Satz in den Mund gelegt, den er 1975 gesagt haben soll: "Schriften von Autoren, die von der Relativitätstheorie abweichen, lese ich grundsätzlich nicht, und ich erwarte, daß meine Kollegen die gleiche Haltung einnehmen." Liebe Journalisten, glaubt Ihr nicht, daß man so einer Sache journalistisch irgendwie nachgehen und für die Allgemeinheit aufbereiten sollte? Wo ist Euer Berufsethos?

Oder Ihr lest irgendwo, daß 1905 diese drei sogenannten epochemachenden Artikel von Albert Einstein in den Annalen der Physik erschienen sind und daß 1906 - d.h. ein Jahr später - der damalige Herausgeber dieser Zeitschrift Paul Drude - jung, erfolgreich und Familienvater mehrerer Kinder sowie Autor eines Buches über den Äther - Selbstmord begangen hatte, wobei in beiden Fällen Max Planck irgendetwas damit zu tun hatte. Wäre so etwas nicht eine lohnende Aufgabe für einen Journalisten, hier tätig zu werden und die tatsächlichen Hintergründe aufzudecken? In dieser Sache hatte der Bourbaki bereits einmal an den Spiegel geschrieben. Diese Typen in Hamburg waren aber ein derart müder Haufen, daß es nicht einmal für eine Antwort gereicht hatte. Liebe Journalisten, wo ist Eure Ehre, wo ist Euer Ethos?

Und dazu kommt noch etwas, was ich als "journalistische Blödheit" bezeichnen möchte. Feigheit und Blödheit gehen ja vielfach Hand in Hand. Wann immer ich in meiner Eigenschaft als Bourbaki in Kontakt mit Journalisten kam, machte ich dieselben darauf aufmerksam: Liebe Journalisten, irgendwie seid Ihr schon ein etwas komischer Haufen. Die Aufgabe eines Journalisten ist bekanntlich die, daß er ganz wie mein Freund Broesecke seinerzeit in Paris sein Ohr auf die Eisenbahnschienen der Zeit legt und sehr genau hinhört, was da im Kommen ist - sei es nun ein Zug oder eine größere einschneidendere gesellschaftliche Entwicklung -, um dann den lieben Mitbürgern, welche gerade anderweitig beschäftigt sind, möglichst frühzeitig mitteilen zu können: "Liebe Freunde, hier kommt jetzt ein Zug oder es bahnt sich das und das an!" Aber was tut Ihr? Die Herren Journalisten scheinen alle am Hexenschuß zu leiden und sind so steif wie ein Stock, daß sie nicht auf diese verdammten Eisenbahnschienen herunterkommen, obwohl es eigentlich schon ganz schön rauscht und kracht und der Zug demnächst da sein müßte. Was seid Ihr für Journalisten, die Ihr so tut als würdet Ihr nichts hören. Muß man Euch eventuell auch noch ein Schwerörigengerät kaufen, damit Ihr etwas merkt?

Soll ich Euch einmal aufzählen, wo Ihr bisher bereits taub wart:

- 1990 präsentierte der Bourbaki sein erstes Buch "Der Sündenfall der Physik" mit großem Tamtam und viel Pressearbeit vor den Toren der Frankfurter Buchmesse. Keine Reaktion!

- Im September 1991 reichte der Bourbaki bei der Staatsanwaltschaft in Karlsruhe eine fast 70 Seiten lange Anzeige gegen die deutsche Physikalische Gesellschaft ein, welche u.a. auf § 129 StGB des Strafgesetzbuches wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung ausgerichtet war. Kopien der Strafanzeige und des sich ergebenden Schriftwechsels wurden den großen Pressemedien zugespielt. Keine Reaktion!

- Obwohl von dem Sündenfall der Physik allenfalls drei bis vier Exemplare in die USA gelangt waren, wird dem Bourbaki Ende 1994 aus blauem Himmel heraus die Mitgliedschaft der sehr renommierten New York Academy of Sciences angeboten, was eigentlich nur bedeuten kann, daß es da drüben Leute geben muß, welche entsprechend hellhöriger sind. Der betreffende Umstand wird den großen Zeitungsmedien in Deutschland mitgeteilt. Keine Reaktion!

- Anfang 1995 erhielt der Bourbaki eine kleine finanzielle Unterstützung von Seiten der Schweizer Gerling Akademie für Risikoforschung, welche mit der Kölner Gerling-Versicherung zusammenhängt. Dies wurde den großen Zeitungsmedien ebenfalls mitgeteilt. Keine Reaktion!

- Im Dezember 1995 wird eine bereits drei Jahre zuvor eingereichte Patentanmeldung betreffend ein Ätherwindmeßgerät nach Überwindung erheblicher Widerstände erteilt. Kopien der Patentschrift werden den großen Zeitungsmedien zugesandt. Keine Reaktion!

- Im September 1996 findet in Perugia, Italien, ein Antiestablishmentkongreß statt, zu welchem der Bourbaki als Redner eingeladen worden war. Der Bourbaki verfaßt ein von mehreren Kongreßteilnehmern mitunterschriebenes Manifest, welches an alle Presseagenturen in Italien versandt wird. Keine Reaktion!

- Gegen Ende 1996 erhält der Bourbaki die Mitteilung, daß er in dem in den USA erscheinenden "Who-is-Who in the World" aufgenommen werden soll, in welchem Zusammenhang er um entsprechende Informationen gebeten wird. Die Eintragung müßte spätestens 1998 erfolgen. Immer noch keine Reaktion der deutschen Presse!

 

Frage an Sie liebe Journalisten: Wie lange glaubt Ihr denn, daß Ihr dieses Totschweigen vom Bourbaki durchhalten könnt? Irgendwann habt Ihr doch einen derartigen Rohrkrepierer in der Hand, daß Ihr gar nicht mehr wißt, was Ihr tun sollt, denn dieser Zug ist dann eben plötzlich auch ohne Eure "Wettervorhersage" da. Und dann habt Ihr diese riesige Schwierigkeit, daß Ihr Euren Lesern nur sehr schlecht erklären könnt, warum Ihr in dieser Sache über die letzten 70 Jahre hinweg immer nur geschwiegen habt, wo doch das entscheidende Material spätestens seit Anfang der 90iger Jahre mit dem Erscheinen des Bourbakischen Buches "Der Sündenfall der Physik" frei zur Verfügung stand und Ihr nachweislich davon Kenntnis hattet.

Über eines müßtet Ihr Euch noch im klaren sein: Die Uhren im Ausland ticken bereits heute schon ganz anders. Kürzlich erhielt der Bourbaki einen Breif aus Rotchina(!!!), in welchem bezüglich seiner Spektrallinien HF-Modulationsgeschichte folgendes stand: "You are making a valuable contribution to modern science since your work is a Real scientific one." Soll der Bourbaki Euch am Ende noch ein kleines Wiegenliedchen singen?

 

Was ich Euch, liebe Zeitungsfuzzis, am Ende noch hinreiben möchte, ist folgendes:

- Wenn so ein Boris Becker, kaum aus den Kinderschuhen herausgewachsen, sich hinstellt und sagt, er würde jetzt die ganze Weltelite vom Centercourt in Wimbledon wegfegen, dann zeigt die Erfahrung, daß seine Chancen, dies wirklich zu tun, relativ gut stehen. Oder

- wenn so ein Michael Schumacher - um beim Sport zu bleiben - aus seinem Gokart aussteigt und verkündet, er würde jetzt allen auf den Formel-I-Strecken seine Rücklichter zeigen, dann zeigt die Erfahrung, daß seine Chancen dafür auch sehr gut stehen, und

- wenn so ein Adolf Hitler - um hier ein weniger populäres Beispiel zu zitieren - 1923 beschließt, er müsse nunmehr nach Berlin hochmarschieren,

warum seid Ihr Journalisten alle derartige Schlafmützen, daß Ihr derartige Dinge nicht glaubt? Zehn Jahre später war dieser verdammte Hitler wirklich oben in Berlin, was bekanntlich für uns Menschen des 20. Jahrhunderts mit ganz erheblichen Nachteilen verbunden war. Ihr Journalisten hättet das damals verhindern können. Nur, mit Eurer verdammten Schlafmützigkeit war so etwas natürlich nicht zu schaffen.

 

Um jedoch auf den Bourbaki zurückzukommen, bereits 1990 vor den Toren der Frankfurter Buchmesse hatte derselbe verkündet, daß er jetzt die Physik des 20. Jahrhunderts umkrempeln werde, weil dieselbe eine Fläschung sei. Ich will hier weder mit Adolf Hitler noch mit Boris Becker oder Michael Schumacher verglichen werden, aber eines merkt Euch bitte, wenn jemand derartige Dinge von sich gibt, dann stehen die Chancen gar nicht schlecht, daß er dies dann auch wirklich durchführt. Verdammte Schlafmützen von Journalisten!

Und noch etwas, liebe Zeitungsfreunde - Ihr bildet Euch sehr viel auf Euer Zeitungsmonopol ein. Ihr seid stolz auf diese Eure Druckerschwärze, welche überall an Euren Fingern klebt. Stolz, weil Ihr glaubt, daß Ihr die einzigen seid, welche an dieses wunderschöne schwarze Zeug herankommt.

Großer Irrtum! Mittlerweile geht es auch ohne diese Druckerschwärze, nämlich elektronisch hier im Internet. Ihr werdet Euch noch sehr umschauen müssen. Das Nachrichtenmonopol, welches Ihr bisher hattet, das ist futsch. Für immer futsch! Die Züge fahren mittlerweile ganz anders, nur daß Ihr Zeitungsfuzzis so blöd oder eingebildet seid, daß Ihr das noch so recht nicht mitbekommen habt. Arme Zeitungsfuzzis, Ihr werdet Euch wohl auf die Dauer einen neuen Job suchen müssen. Irgendwann einmal bei Eurer Schlafmützigkeit sind Eure Zeitungen nämlich überflüssig!

Soll ich Euch am Ende noch Karl Kraus zitieren? Der war bekanntlich mit Euch Zeitungsleuten auch nicht so ganz einverstanden, als er beispielsweise sagte: "Was wir brauchen, ist nicht Pressefreiheit, sondern Freiheit vor der Presse!" Seine Fackel muß wohl so etwas wie ein Vorläufer des Internets gewesen sein.

 

PS: Ceterum censeo speculum esse delendum.