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Verfahren zur Überprüfung der Determiniertheit oder Indeterminiertheit von natürlichen Kernzerfallsprozessen

Patentanmeldung 196 54 794.6

 

Aus der Sicht des Bourbaki sind Physiker ein komisches Volk, insbesondere diese Theoretiker. Da will so ein Niels Bohr z.B. erklären, wie die Spektrallinien des Wasserstoff entstehen und kommt dabei auf den ziemlich aberwitzigen Gedanken, daß die einen Atomkern umkreisenden Elektronenen spontan, d.h. in einer nicht determinierten Art und Weise von einer Elektronenbahn auf eine andere springen. Dabei könnte zumindest heute ein Student des Faches Elektrotechnik im dritten Semester alle Spektrallinien vom Wasserstoff allein durch den Einsatz von Differenzgliedern und Frequenzteilern, d.h. ganz auf Analogbasis ohne besondere Sprungprozesse nachbilden. Sein Nachfolger Werner Heisenberg hat diese ganze Sache dann noch schlimmer gemacht, indem er nämlich eine gewisse Indeterminiertheit seiner Sichtweise aufgrund eigener Kurzsichtigkeit und Ermangelung einer Brille in den Mikrokosmos hineinprojezierte - was in der Psychologie als "Projektion" bezeichnet wird -, woraus dann wiederum die sogenannten Heisenbergsche Unschärferelation entstand, die vom Experiment her heute schon längst widerlegt werden kann.

 

Wenn nun, wie der Bourbaki glaubt, bei atomaren Lichtemissionen in den meisten Fällen, insbesondere bei der Spektrallinienbildung, keine spontanen Sprungprozesse stattfinden, dann verbleibt die Frage, was ist mit den natürlichen Kernzerfallsprozessen? Erfolgen dieselben unter Umständen auch in einer determinierten Art und Weise?

 

Wir Menschen neigen vielfach dazu, daß wir gewisse Dinge, welche wir nicht so ganz begreifen können, als indeterminiert, bzw. zufallsbedingt erachten. Nehmen Sie beispielsweise den Fall an, daß jemand auf der Straße spazieren geht und auf eine Bananenschalte tritt, worauf er ausrutscht und sich beim Fall die Stirn aufschlägt. Am nächsten Tag wird er jedem Menschen erzählen, daß er durch einen blöden Zufall auf diese Bananenschale getreten wäre und sich dabei diese Wunde am Kopf zugezogen hätte. Aber war das wirklich nur ein Zufall? Wohl kaum! Da war zuerst einer, der hatte eine Banane gegessen und ganz absichtlich die Schale auf die Straße geworfen, weil er nämlich zu faul war, bis zum nächsten Papierkorb zu gehen, und da war dann ein zweiter Mensch, welcher nicht auf die Straße geachtet hatte und somit auf dieser Bananenschalte ausgerutscht war. Wo ist also da der Zufall? Ähnlich geht es mit allen anderen Dingen im Leben, wie Autozusammenstößen, Skiunfällen, Erfolgen am Roulettisch etc. Wir nennen alles immer Zufall, wenn wir die wirklichen Zusammenhänge nicht so recht erkennen können.

 

Ähnlich ist es mit diesen natürlichen Kernzerfallsprozessen. Wir nennen so einen Kernzerfallsprozeß eines radioaktiven Atoms indeterminiert, weil wir die Zusammenhänge nicht kennen, d.h. nicht wissen, was dieses möglicherweise bereits seit Jahrtausenden existierende radioaktive Atom veranlaßt haben mag, just von einem Moment zum anderen zu zerplatzen. Aber dies ist möglicherweise allein eine Indeterminiertheit aus unserer menschlichen Sicht heraus, weil wir eben gewisse Dinge nicht kennen.

 

Die folgende Patentanmeldung setzt sich mit der vorhandenen Problematik auseinander.

Verfahren zur Überprüfung der Determiniertheit oder Indeterminiertheit von natürlichen Kernzerfallsprozessen

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Überprüfung der Determiniertheit oder Indeterminiertheit von natürlichen Kernzerfallsprozessen gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

In unserer makroskopischen Welt geht man im allgemeinen davon aus, daß zeitlich sich verändernde Ereignisse, wie Großbrände, Flugzeugunglücke, Schiffsuntergänge und dgl. determiniert bzw. kausal zum Ablaufen gelangen, auch wenn die unmittelbaren Auslöser derartiger Vorgänge vielfach nur sehr schlecht erkennbar sind.

Wenn beispielsweise ein vollbesetztes Jumbo-Flugzeug aufgrund eines explodierenden Treibstoffstanks plötzlich in den Atlantik stürzt, dann ist die menschliche Gesellschaft derart konzipiert, daß so lange nach möglichen Ursachen einer unvorhergesehenen Entzündung des innerhalb des jeweiligen Treibstofftanks vorhandenen Brennstoff/Luftgemisches gesucht wird, bis tatsächlich der Auslöser eines derartigen Ereignisses gefunden ist. Dies erscheint schon deshalb notwendig, weil allein aus praktischen Erwägungen heraus eine spontane Entzündung derartiger Brennstoff/Luftgemische gesellschaftpolitisch nicht akzeptabel erscheint.

Ähnliches gilt beispielsweise auch für das unvorhergesehene Auftreten von Schneelawinen, welche bekanntlich bereits durch Erschütterungen von Skifahrern oder laute menschliche Stimmen zum Auslösen gebracht werden können.

Im Rahmen der Chaos-Theorie wird dieses Konzept von kausal voneinander abhängigen Vorgängen in unserer makroskopischen Welt noch wesentlich weiter getrieben, indem durchaus die Möglichkeit ins Auge gefaßt wird, daß der Flügelschlag eines Schmetterlings in China der kausale Auslöser für einen Hurrikan in der Karibik sein kann.

Nachdem Max Planck im Hinblick auf eine Ableitung der Temperaturstrahlung schwarzer Körper im Jahre 1900 elementare Resonatoren postuliert hatte, welche angeblich ihre Energie nur in quantisierter Form abzugeben vermögen - die betreffende Ableitung basierte dabei im wesentlichen auf einer Rückwärtsrechnung mit entsprechender Physikmogelei (siehe G. Bourbaki "Der Sündenfall der Physik", München 1990, Kapitel 15) -, entwickelte sich in der Folge eine auf quantisierten Energiezuständen basierende Quantenphysik, mit welcher zumindest ursprünglich das an sich bekannte spektrale Abstrahlungsverhalten des Wasserstoffatoms erklärt werden sollte. Basierend auf einer Arbeit aus dem Jahre 1913 wurden dabei von Niels Bohr eine Mehrzahl von Elektronenbahnen mit quadratisch ansteigenden Bahnradien postuliert, um entsprechend der Balmerschen Gleichung in ihrer Form

die auftretenden Spektrallinien des Wasserstoffspektrums erklären zu können. f ist dabei die Frequenz der jeweiligen Spektrallinien, fo die Rydbergfrequenz mit ihrem Zahlenwert von 3,288 . 1015 Hz und m und n ganzzahlige Zahlenwerte gleich oder größer als 1. Dabei wurde von Niels Bohr die Annahme gemacht, daß Elektronen akausal, d.h. in einer vollkommenen indeterminierten Weise von einer Elektronenbahn auf die andere springen, wobei es entsprechend der Gleichung E = hn zu einer Abgabe von Photonen mit genau vorgegebenen Energiemengen und Frequenzen kommt.

Aus dem ursprünglichen Bohrschen Konzept, welches u.a. wegen der sich daraus ergebenden Flachheit der Atome als unrealistisch fallen gelassen werden mußte, entwickelte sich während der 20iger Jahre dieses Jahrhunderts eine um die Universitätsstadt Göttingen herum angesiedelte Matrizen- oder Quantenmechanik mit Werner Heisenberg als führende Persönlichkeit, welche u.a. eine Indeterminiertheit von Bewegungen von Elektronen innerhalb von Wahrscheinlichkeitswolken sowie Sprüngen zwischen verschiedenen Energieniveaus propagierten, sowie eine vor allem von Erwin Schrödinger in Zürich vertretene Wellenmechanik, bei welcher in den Elektronenbahnen auftretende Schwingungen in einer kausalen bzw. determinierten Weise zum Ablaufen gelangen. Mit seinem Kampfruf "Gott würfelt nicht!" unterstützte Albert Einstein seinerzeit die Anhänger aus dem Lager der Wellenmechanik, wobei es sich jedoch trotzdem zeigte, daß die Anhänger der Quantenmechanik die Oberhand behielten.

Ausgehend von der Gastheorie, so wie sie auf Bernoulli, Clausius, Maxwell und Bolzmann zurückgeht, und der allgemeinen bekannten Tatsache, daß allein eine ungerichtete Bewegung von Gasatomen zur Wärme, Temperatur und Abstrahlung eines Gasvolumens beiträgt, während bei einer gerichteten translatorischen Bewegung von Gasatomen dies nicht der Fall ist, ist der Anmelder mittlerweile zu der Auffassung gelangt (siehe DE 195 20 484 A1), daß eine thermische Abstrahlung von Gasatomen nur zum Zeitpunkt einer gegenseitigen Kollision von Gasatomen zustande kommt. Dies stellt dabei eine Auffassung dar, welche durch die Balmersche Gleichung insoweit unterstützt wird, weil die Spektrallinien des Wasserstoff nur bei gewissen Differenzfrequenzen zum Auftreten gelangen. Derartige Differenzsignale lassen dabei auf das Vorhandensein von wenigstens zwei schwingenden Elementen schließen.

Daraus ergibt sich dann wiederum die Erkenntnis,

- daß allein Kollisionsereignisse von Gasatomen für die thermische Abstrahlung von Gasen verantwortlich zeichnen und

- daß die Spektrallinien von Gasen auf eine Kreuzmodulation zurückzuführen sind, bei welcher im Fall des Wasserstoffatoms Differenzfrequenzen und quadratische Subharmonische eine Rolle spielen.

Letztlich ist daraus erkennbar, daß im Gegensatz zu der derzeit vertretenen Quantenmechanik die in den Elektronenschalen ablaufenden Vorgänge, welche zu einer thermischen Abstrahlung führen, auf einer determinierten Kausalebene zum Ablaufen gelangen, weil Kollisionsvorgänge zwischen einzelnen Gasatomen kausal bedingte Ereignisse darstellen.

Verbleibt somit im wesentlichen nur noch die Frage, ob die im Atomkern ablaufenden Vorgänge einer natürlichen Radioaktivität nicht ebenfalls als determinierte bzw. kausale Ereignisse einzustufen sind. Nachdem das Ehepaar Curie im Jahre 1898 aus einer großen Menge von uranhaltiger Pechblende heraus geringe Mengen von Radium und Polonium abtrennen konnte, welche eine natürliche Radioaktivität besitzen, wurde in Analogie zu der sich entwickelnden Quantenphysik der atomaren Elektronenschalen die Auffassung vertreten, daß derartige natürlicher Zerfallsprozesse des Atomkerns ebenfalls spontan, d.h. in einer nicht determinierten Art und Weise zum Ablaufen gelangen, in welchem Zusammenhang u.a. auf die Literatur in Verbindung mit der Schrödingerschen Katze verwiesen wird. Da derartige Gedankenexperimente, welche mit einer 50%igen Wahrscheinlichkeit zu dem Tod der an diesem Experiment beteiligten Katze führen, als nicht sehr tierlebend anzusehen sind, besitzt Frau Ruth Braunizer, die heute noch in Alpbach, Tirol, lebende Tochter von Erwin Schrödinger, nur noch einen Hund.

Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren aufzuzeigen, mit welchem die Frage einer Determiniertheit oder Indeterminiertheit natürlicher Kernzerfallsprozesse untersucht werden kann.

Erfindungsgemäß wird dies durch die im kennzeichnenden Teil des Anspruchs 1 aufgeführten Verfahrensschritte erreicht.

Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich anhand der Unteransprüche 2 und 3.

Die vorliegende Erfindung soll nunmehr anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert und beschrieben werden, wobei auf die beigefügte Zeichnung Bezug genommen wird. Es zeigen:

Figur 1 ein schematisches Blockdiagramm einer Versuchsanordnung, mit welcher das erfindungsgemäße Verfahren durchgeführt werden kann, und

Figur 2 ein Kurvendiagramm, so wie es sich mit Hilfe der Versuchsanordnung von Figur 1 ergibt.

So wie dies anhand von Figur 1 erkennbar ist, sind im Rahmen der vorliegenden Erfindung drei, vorzugsweise jedoch fünf oder sechs radioaktive Präparate 1 vorgesehen, welche eine sehr lange Halbwertszeit von mehr als 100 Jahren aufweisen. Die Mengen dieser Präparate 1 sind dabei derart gewählt, daß die auftretenden zeitlichen Zerfallsraten gerade noch mittels eines Geigerzählers erfaßt werden können. Diese radioaktiven Präparate 1 werden dabei genauestens ausgewogen und auf einen bestimmten Gewichtwert eingestellt, so daß dieselben in ihren Wirkungen als weitgehend identisch anzusehen sind.

Diese radioaktiven Präparate 1 werden unmittelbar in das Innere von entsprechenden Geigerzählrohren 2 eingesetzt, so daß auftretende radioaktive Zerfallsprozesse so genau wie möglich erfaßt werden können. Die Ausgangssignale dieser Geigerzählrohre 2 werden nach entsprechender Verstärkung über ein Zeitschaltwerk 3 jeweils einem Paar von elektronischen Zählwerken 4 zugeführt. Das Zeitschaltwerk 3 wird dabei von Braunschweig aus mittels einer Atomuhr in möglichst gleichmäßigen Zeitabständen, beispielsweise jeweils einer Stunde aktiviert, so daß die Ausgangssignale der Geigerzählrohre 2 abwechselnd jeweils einem oder dem anderen elektronischen Zählwerk 4 zugeführt werden. Die innerhalb des gewählten Zeitintervalls sich ergebenden Zählwerte werden in der Folge einem Registriergerät 5 zugeführt, in welchem eine digitale Registrierung der sich ergebenden Zählwerte sowie gemäß Figur 2 eine graphische Dartellung der sich ergebenden Abweichungen von einem zuvor ermittelten Mittelwert vorgenommen wird. Eine Rückstellung der elektronischen Zählwerke 3 auf 0 wird jeweils im Anschluß an eine vorgenommene Registrierung durchgeführt.

Der Grundgedanke der vorliegenden Erfindung ist dabei der folgende: Wenn eine radioaktive Substanz mit einer sehr langen Halbwertszeit zerfällt, dann kann die sich ergebende Zerfallsrate über längere Zeiträume hinweg mehr oder weniger als konstant angesehen werden. Durch geeignete Mengenfestlegungen lassen sich dabei mit Hilfe eines geeigneten Geigerzählers Zählungen von Zerfallsereignissen von mehr als 106 Zerfallsprozessen pro Stunde durchführen. Rein statistisch bedingt werden diese Zählwerte jedoch geringfügig fluktuieren, wobei Schwankungen in der Größenordnung von beispielsweise 100 oder 1000 Zerfallsereignissen pro Stunde um einen zuvor ermittelten Mittelwert zu erwarten sind. Falls nun an mehreren, identisch ausgelegten Präparaten 1, welche räumlich gesehen relativ nahe nebeneinander angeordnet sind, regelmäßige Zählungen der Zerfallsrate über längere Zeiträume hinweg durchgeführt werden, und falls es sich dabei zeigen sollte, daß die statistisch bedingten Schwankungswerte vollkommen unabhängig voneinander variieren, indem mittels Rechnern keine wie immer gearteten Korrelationen der zeitlichen Schwankungen dieser Zählraten festzustellen sind, dann könnte daraus unter Umständen der Schluß gezogen werden, daß radioaktive Zerfallsprozesse in der Tat in einer nicht determinierten Art und Weise, d.h. akausal zum Ablaufen gelangen.

Falls sich jedoch auch nur die geringste zeitliche Korrelation der statistischen Schwankungen der an den verschiedenen radioaktiven Präparaten 1 auftretenden Zählraten ergeben sollte, welche durch Meßfehler an dem verwendeten Geigerzählrohren 2 nicht erklärbar sind, dann ist zumindest eine makroskopische Einflußgröße gefunden, welche den Zerfall von radioaktiven Substanzen zumindest mit beinflußt. Dies aber würde bedeuten, daß Kernzerfallsprozesse nicht in einer indeterminierten, d.h. akausalen Art und Weise zum Ablaufen gelangen, weil derartige Kernzerfallsprozesse nunmehr erwiesenermaßen von einem einzelnen äußeren Einflußfaktor abhängig sind, was eine kausale Abhängigkeit darstellt.

Es sollte hier vielleicht noch auf den Umstand hingewiesen werden, daß Kernzerfallsprozesse bekanntermaßen mit Hilfe einer logarithmischen Kurve und unter Einsatz einer Halbwertszeit mathematisch beschrieben werden können. Dies darf jedoch nicht zu dem voreiligen Schluß verleiten, daß der natürliche Kernzerfall eines einzelnen Atoms in einer akausalen Art und Weise zum Ablaufen gelangt, weil dies ebenfalls für makroskopische Vorgänge, wie das Abschmelzen von Schnee auf den Bäumen eines Waldes gelten muß, in welchem Zusammenhang jedoch ganz allgemein bekannt ist, daß das Abschmelzen einer einzelnen Schneeflocke durchaus als ein kausal bedingter Vorgang einzustufen ist. Anders ausgedrückt, ähnlich wie die Primzahlen des Herrn Plichta nimmt sowohl der Schnee auf den Bäumen eines Waldes als auch die Menge des nicht verstrahlten Materials eines radioaktiven Präparats entsprechend einer logarithmischen Kurve ab, wobei der logarithmische Verlauf in keinem der genannten drei Fälle einer Determiniertheit des Ablaufs entgegenstehen dürfte. Die von der etablierten Physik postulierte Indeterminiertheit gewisser Vorgänge hat demzufolge wohl mehr mit menschlicher Projektion zu tun, indem die eigene Unwissenheit über den Ablauf eines Vorgangs aufgrund einer gewissen Unschärfe des menschlichen Blicks in den Mikrokosmos hineinprojiziert wird. Letztlich ist es dann wohl so, daß von den Wahrscheinlichkeitwolken der Quantenphysik nicht mehr sehr viel übrigbleibt, und daß das Schicksal von Schrödingers Katze bereits von Anfang an einer Determiniertheit unterliegt, obwohl wir dies zugegebenermaßen nicht erkennen können. Der Hund von Frau Braunizer darf bellen!

Als äußere makroskopische Einflußgrößen, welche möglicherweise die Zerfallsraten von radioaktiven Substanzen beeinflußen könnten, sind dabei die folgenden denkbar:

 

1. Die menschliche Psyche. Nachdem mittlerweile in Princeton, USA, ein mit einem Zufallsgenerator versehener elektronischer Rechner steht, dessen Ausgangsdaten von 0 und 1 mit Hilfe psychischer Kräfte geringfügig von einem statistischen Mittelwert von 0,5 weg zu beeinflussen sind, sollte eine derartige Beeinflußbarkeit radioaktiver Zerfallserscheinungen durch die menschliche Psyche nicht von vornherein ausgeschlossen werden.

 

2. Terrestrische Einflußgrößen wie Druck, Temperatur sowie Beaufschlagung mit Ultraschall oder Röntgenstrahlung etc. Beim Auftreten positiver Meßresultate müßte jedoch gerade in diesem Fall sehr sorgfältig untersucht werden, daß die Möglichkeit einer systematischen Beeinflussung der Zählraten durch Meßfehler verwendeter Geigerzählrohre 2 ausgeschlossen werden kann.

 

3. Kosmische Einflußgrößen unbekannter Natur. Derartige Einflußgrößen könnten sich beispielsweise durch geringfügige tages- oder jahreszeitliche Schwankungen der ermittelten Zählraten bemerkbar machen, worunter auch Schwankungen der Zählraten bei Sonnenfinsternissen zu zählen wären. Derartige Schwankungen der ermittelten Zählraten müssen dabei durchaus in Erwägung gezogen werden, nachdem es mittlerweile als erwiesen angesehen werden muß, daß Sonnenfinsternisse einen geringfügigen Einfluß auf das Verhalten von Drehpendeln besitzen (siehe Zeitschrift Aero/Space Engineering, Nr. 9 1959, Seiten 46 - 52, Nr. 10 Seiten 51 - 55 sowie Nr. 11 Seite 55 M. Allais "Should the laws of Gravitation be reconsidered?" sowie Physical Review D 3 (4) 1997, S. 823 - 825, E. Saxl und M. Allen "1971 solar eclipse as seen by a torsion pendulum"). Ähnlich erstaunlich war dann auch die ziemlich überraschende Feststellung, daß während eines besonders starken Sonnensturms am 4. August 1972 eine Verländerung der Rotationsperiode der Erde um 1 bis 2 ms auftrat, was bei einem Gewicht der Erde von 6 . 1024 kg ziemlich beachtlich erscheint (siehe Nature 243, 1973, Seiten 26 - 27, Gribbon und Plagemann "Discontinous change in Earth's spin rate following the great solar storm of August 1972"). Da ein auf der Sonne auftretender Sturm wohl schwerlich die Rotationsperiode der Erde unmittelbar beeinflussen kann, neigt der Anmelder dabei zu der Auffassung, daß in dem vorliegenden Fall ein großräumiges kosmisches Phänomen auftrat, welches gleichzeitig zu einem Sturm in der Sonnenatmosphäre und zu einer Beeinflussung der terrestrischen Rotationsperiode (möglicherweise auch der damals zur Zeitmessung verwendeten Atomuhren) geführt hatte. Derartige großräumige kosmische Einflüsse auf die Zerfallsrate von radioaktiven Präparaten dürfen somit nicht von vornherein als unmöglich eingestuft werden.

Auf eine besondere Möglichkeit, die Gültigkeit oder Ungültigkeit der Urknalltheorie mit sehr einfachen Mitteln unmittelbar von der Erde aus, d.h. rein lokal untersuchen zu können, soll hier in diesem Zusammenhang noch hingewiesen werden. Vorauszuschicken wäre dabei folgendes: Bereits während der 20iger Jahre dieses Jahrhunderts wurde von den Astronomen entdeckt, das Galaxien mit zunehmender Entfernung von der Erde eine immer größer werdende Rotverschiebung ihrer Spektrallinien zeigen. Von dem russischen Physiker Georges Gramov wurde dann im Jahre 1947 die Theorie vorgetragen, daß der ganze Kosmos aus einem riesigen Urknallereignis hervorgegangen sei, aus dessen Explosionsfragmenten sich die über 100 Milliarden Galaxien mit jeweils an die 100 Milliarden Sternen herauskondensiert hätten. Von Steven Weinberg wurden diese Rückrechnung dann bis zu einem Zeitpunkt von einer Hundertstel Sekunde nach dem eigentlichen Anfangsereignis weitergetrieben, was immerhin bereits einem Explosionsball mit einem Durchmesser von einigen tausend Kilometer entspricht, innerhalb welchem angeblich Temperaturwerte von 1,5 . 1012°K und Dichtewerte von 3,8 . 109 kg/dm3 geherrscht haben sollen.

Nachdem von den Astronomen Margaret Geller und John Huchra eine genaue Vermessung der Galaxien des nördlichen Sternenhimmels vorgenommen worden war (siehe Science Nov. 1989, Seiten 897 - 903, M. Geller und J. Huchra "Mapping the Universe") und dabei riesige zusammenhängende Galaxienketten entdeckt wurden, ergaben sich jedoch unversehens Schwierigkeiten mit der vorgebrachten Urknalltheorie, welche dadurch noch verschärft werden, daß mittlerweile mehrere tausend (!!!) wissenschaftliche Veröffentlichungen existieren, welche von beobachteten Anomalien der die Expansionsrate des Kosmos festlegenden Hubble-Konstanten berichten.

Ein etwas unglückliches Erbe der Einsteinschen Physik ist dabei das sogenannte "kosmologische Prinzip", gemäß welchem innerhalb unseres Kosmos die sogenannten Naturkonstanten überall dieselben Werte annehmen sollen. Abgesehen davon, daß bereits hier auf der Erde zu beobachten ist, daß alle terrestrischen Konstanten nicht konstant sind, und somit auch nicht einzusehen ist, warum dies nicht auch für unseren Kosmos gelten sollte, so existieren mittlerweile mehrere Befunde, welche eine Veränderlichkeit physikalischer Konstanten innerhalb des Kosmos als wahrscheinlich erscheinen lassen:

- Da ist zum einen ein mittlerweile ziemlich gewaltig erscheinender Rotverschiebungswert von sage und schreibe 4,51, welcher bei einer Galaxie mit der Bezeichnung 6C0140+326 gemessen werden konnte (siehe Nature 1996, 383, S. 502). Auf terrestrische Bedingungen mit Luft übertragen würde dies bedeuten, daß ein Objekt mit mehr als der 4-fachen Schallgeschwindigkeit durch die Luft von unserem Standpunkt aus wegfliegen müßte, um eine derartige Dopplerverschiebung von Schallwellen zu erzeugen. Wegen der bekannten Schwierigkeiten, den Lichtgeschwindigkeitswert C überschreiten zu können, müßte somit wenigstens ein Teil des beobachteten Rotverschiebungswertes auf andere Faktoren zurückzuführen sein.

- Zum anderen gibt es da noch die von dem Astronomen Halton Arp gemessenen abnormalen Rotverschiebungswerte (siehe H. Arp "Quasars, Redshifts and Controvercies" 1987), welche bei galaktischen Doppelstrukturen mit stark voneinander abweichenden Rotverschiebungswerten auftreten. Das bekannteste Beispiel ist dabei eine Spiralgalaxie mit der Bezeichnung NGC 4319 mit ihrem Rotverschiebungswert von 1 700 km/s, welche über eine vorhandene Brücke mit einem quasarähnlichem Begleiter namens Markarian 205 verbunden ist, der einen mehr als 10-fachen Rotverschiebungswert von 21 000 km/s aufweist und somit entsprechend der Hubble-Konstanten entfernungsmäßig ganz woanders angeordnet sein müßte.

- Als drittes Beispiel sei noch auf Pasqual Jordan verwiesen, welcher aufgrund vorhandener Platzrillen auf dem Mond und der etwas überraschenden Verteilung und Tiefenstrukturierung der Weltmeere und Kontinente der Erde eine im Laufe der Jahrmillionen erfolgte Expansion der Erde postuliert hatte (siehe beispielsweise Bild der Wissenschaft, Heft 12, 1965 P. Jordan "Die Expansion der Erde" oder H. Haber "Unser blauer Planet", Stuttgart 1971, Kapitel 3).

Wie unverständlich diese von der etablierten Astronomie eingenommene Haltung ist, gemessene Rotverschiebungswerte allein auf der Basis von Geschwindigkeit und Entfernung im Raum erklären zu wollen, ergibt sich dabei anhand eines heliumbeatmeten Tauchers, bei welchem wohl niemand auf die ziemlich absurde Idee kommen würde, daß seine nach hohen Frequenzen verschobene piepsige Stimme auf der Basis von Dopplerverschiebung und Entfernung im Schwimmbad zu erklären sei. Von einer derartigen Warte aus gesehen sind Wasserstoffatome mit ihren charakteristischen Spektrallinien wohl letztlich auch nichts anderes als etwas klein dimensionierte Stimmbänder, deren abgegebene Töne unter anderem auch von den Eigenschaften des sie umgebenden Mediums abhängen.

Anhand der erwähnten Befunde gewinnt man somit den Eindruck, daß die sogenannten Naturkonstanten innerhalb des Kosmos örtlich und zeitlich nicht konstant sind. Dies läßt dann wiederum die Möglichkeit zu, daß die beobachtbare Galaxienflucht mit den vorhandenen großräumigen Galaxienketten auf ein kosmisches Drift-Phänomen zurückzuführen ist, was dann allerdings einen stattgefundenen Urknallvorgang nicht mehr zwangsläufig erforderlich macht.

Wenn man dann allerdings ein derartiges Scerario ernsthaft in Erwägung zieht, dann könnte durchaus auch die Möglichkeit ins Auge gefaßt werden, daß die Stabilitätsbedingungen der Atome von gewissen äußeren kosmischen Faktoren abhängig sind, so daß das ganze periodische System der Elemente - zumindest was die zeitliche Beständigkeit der stabilen Elemente am hinteren Ende und die Halbwertszeiten der nicht stabilen Isotope betrifft - im Rahmen derartiger großräumiger Driftbewegungen von Galaxien geringfügig variabel ist. Dies aber würde bedeuten, daß das uns bekannte periodische System der Elemente mit seinen stabilen Atomkonfigurationen und zeitlich instabilen Isotopen eigentlich nur für die nähere Umgebung unserer Erde und die Jetztzeit Gültigkeit besitzt, in größeren Entfernungen und über längere Zeitperioden hinweg jedoch gewissen Veränderungen unterworfen ist.

Auch wenn gleichmäßige Driftbewegungen unserer Galaxie allenfalls zu kontinuierlichen, äußerst geringfügigen Veränderungen von Naturkonstanten wie dem sogenannten Feldkonstanten des leeren Raumes mit ihren Zahlenwerten von

eo = 8,8543 . 10-12 A s V-1m-1 und
µo = 1,2566 . 10-8 V s A-1m-1

führen, und die Lebensspanne des Menschen so kurz bemessen ist, daß auftretende geringfügige Veränderungen dieser Konstanten zumindest bisher noch nicht beobachtet werden konnten - eine sehr geringe Längenvergrößerung des in Paris aufbewahrten Urmeterstabes aus Platin mag dabei eine rühmliche Ausnahme sein -, so lassen gerade die bei dem großen Sonnensturm vom 4. August 1972 beobachteten Veränderungen der Rotationsperiode der Erde die Vermutung aufkommen, daß es zusätzlich kurzzeitige Veränderungen derartiger Naturkonstanten gibt, welche man als "Kräuselungen des Weltäthers" bezeichnen könnte. Mit einer ausreichend sensibel ausgebildeten Meßapparatur gemäß der Erfindung ergäbe sich vielleicht die Möglichkeit, daß derartige Kräuselungen nachgewiesen werden könnten.

In Abwandlung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann man auch die Zerfallsrate von beispielsweise sechs identischen radioaktiven Präparaten 1 auf einer Millisekundenbasis ermitteln und die sich ergebenden Ausgangssignale kontinuierlich auf einem Registriergerät 5 in Form eines mehrkanaligen Mehrfarbenschreibers zur Aufzeichnung bringen, worauf in der Folge der beschriebene Aufzeichnungsstreifen auf auftretende kurzzeitige "Spikes" der Zerfallsraten überprüft wird. Sollten sich dabei mehrmalig derartige Spikes auf allen Aufzeichnungskanälen absolut gleichzeitig ergeben, dann könnte man wohl kaum dahingehend argumentieren, daß diese Spikes der Zerfallsrate rein zufallsbedingt immer gleichzeitig aufgetreten seien.

Es soll hier auf den Umstand verwiesen werden, daß eine nach dem erfindungsgemäßen Verfahren arbeitende Meßvorrichtung, welche zweifelsohne mit relativ geringen Kosten erstellbar ist, für das physikalische Weltbild des Menschen äußerst interessante Meßresultate liefern könnte. Inwieweit derartige Meßresultate eventuell auch für eine Erdbebenfrüherkennung von Bedeutung sind, kann derzeit noch nicht so recht abgeschätzt werden. Auf die deutsche Patentschrift DE 42 42 765 C2 sowie die Offenlegungsschrift DE 42 42 753 A1 sei hier noch kurz hingewiesen.

 

Patentansprüche

1. Verfahren zur Überprüfung der Determiniertheit oder Indeterminiertheit von natürlichen Kernzerfallsprozessen, dadurch gekennzeichnet, daß die Zerfallsraten von wenigstens zwei weitgehend identisch ausgebildeten radioaktiven Präparaten (1) unter Einsatz von entsprechenden Geigerzählrohren (2) und elektronischen Zählwerken (3) bestimmt werden, und daß die statistischen Fluktuationen der sich ergebenden Zählwerte längerfristig überwacht und auf eine vorhandene zeitliche Korrelation überprüft werden.

2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Mengen der eine relativ hohe Halbwertszeit aufweisenden radioaktiven Präparate (1) derart gewählt sind, daß die sich ergebenden Zählraten von radioaktiven Zerfallsprozessen oberhalb von 1000 Zerfallsprozessen pro Sekunde liegen.

3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Mengen von radioaktiven Präparaten (1) derart gewählt sind, daß die sich ergebenden Zählraten im oberen Grenzbereich der verfügbaren Geigerzählrohre (2) und/oder elektronischen Zählwerken (3) liegen.

 

Zusammenfassung

 

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Überprüfung der Determiniertheit oder Indeterminiertheit von natürlichen Kernzerfallsprozessen.

Um eine derartige Überprüfung vornehmen zu können, ist im Rahmen der vorliegenden Erfindung vorgesehen daß, die Zerfallsraten von wenigstens zwei weitgehend identisch ausgebildeten radioaktiven Präparaten (1) unter Einsatz von entsprechenden Geigerzählrohren (2) und elektronischen Zählwerken (3) bestimmt werden, und daß die statistischen Fluktuationen der sich ergebenden Zählwerte längerfristig überwacht und auf eine vorhandene zeitliche Korrelation überprüft werden.

PS: Ceterum censeo speculum esse delendum.