C6
Die Onkologen
Liebe Internetleser,

ich weiß nicht, wie es Euch geht. Ich kann von meiner Seite nur sagen, im Grunde liebe ich die Frauen! Männer kann ich eigentlich nicht besonders gut ausstehen,
• weil ich zum einen nicht schwul bin, und
• darüber hinaus auch dieses aufgesetzte Platzhirschverhalten von diesen vielen Kleinmachos nicht sehr schätze.

Also liebe ich lieber die Frauen. Wenn ich mir aber dann vorstelle, daß allein in Deutschland 18.000 von ihnen pro Jahr wegen ihrem blöden Brustkrebs in völlig unnötiger Weise vorzeitig ins Gras beißen müssen, bloß weil diese verdammten Onkologen einen Pfusch machen, daß es nur so kracht, dann wird mir bereits bei diesem Gedanken ganz übel!

Nicht, daß ich mit diesen 18.000 ins Bett gehen möchte. So etwas wäre sicherlich recht stressig. Außerdem leide ich unter "Hora Triste", was bei meinen Freundinnen vielfach auf ein ziemliches Unverständnis stößt, weil die das nicht kennen. Ich erkläre das dann eben mit dem gängigeren Ausdruck "Postkoitale Depression", aber damit komme ich in der Regel auch nicht sehr viel weiter. Das ist eben eines dieser Dinge, mit denen Männer von Schicksal geschlagen sind. Frauen haben dafür andere Sachen, unter denen sie zu leiden haben. Migränen oder Unpäßlichkeiten zum Beispiel. Dafür habe ich eben meine "Hora Triste".
Doch zurück zum Thema: Kürzlich telefonierte ich mit meiner in Frankreich lebenden Schwester. Dieselbe berichtete mir, daß sie mit der in Bordeaux erscheinenden Zeitung "Sud-Ouest" telefoniert habe und dabei die Sekretärin vom ehemaligen Herausgeber des "Sud-Ouest", dem Herrn Jean-Francois Lemoine an der Strippe gehabt habe. Anfang der 80er Jahre hatte es sich der mittlerweile verstorbene Lemoine zur Aufgabe gemacht, in seiner Zeitung so oft wie möglich über die "Affäre Priore" zu berichten, damit dieselbe nicht ganz zum Einschlafen kommt. Nun - sowohl Lemoine als auch der dort beschäftigte Wissenschaftsjournalist Graille sind mittlerweile tot und im "Sud-Ouest" wird nichts mehr darüber berichtet. Als dann meine Schwester diesem alten Redaktionsdrachen mitteilte - das Gespräch fand am 10. April 2000 statt -, daß in dieser Angelegenheit nunmehr mit PAP-IMI eine neue Runde eingeläutet werde, dann war der ganz dagegen, weil mittlerweile zu viel Wasser die Garonne - oder an was für einem Bach dieses Bordeaux auch immer liegen mag - heruntergeflossen sei und man eben jetzt daran nichts mehr ändern könne.

Scheiße - natürlich kann man das. Wenn da niemand in Frankreich seinen Arsch hochkriegt, ich zumindest kann es!

Und jetzt habe ich eine Bitte an diejenigen meiner Internetleser, welche so wie ich eben die Frauen mögen und mit dazu beitragen möchten, daß 18.000 von denen pro Jahr in Zukunft nicht mehr Opfer dieser pfuschenden Onkologen werden. Macht bitte folgendes:

Druckt bitte diesen blöden Onkologen-Witz vom Anfang auf Eurem Drucker aus. Geht damit in einen gut ausgerüsteten Copy-Shop und bringt den Kasten auf DIN-A6-Format, so daß vier derartige Kästen auf ein DIN-A4-Blatt passen. Kopiert dann dieses DIN-A4-Blatt mit den vier Kästen drauf beispielsweise hundertmal durch und mit einem vorhandenen Schneidmesser werden ritsch-ratsch aus hundert DIN-A4-Blättern vierhundert DIN-A6-Zettel gemacht. So etwa ergibt Kosten von etwa DM 10, was selbst dem ärmsten Studenten zumutbar erscheint.

Mit diesem Packen von Zetteln geht dann bitte irgendwo hin, wo es hoch ist und sich unten viele Leute befinden und werft die Zettel herunter, so daß sie herunterflattern. Diesbezüglich können folgende Vorschläge gemacht werden: Die obere Galerie in einem Plenarsaal von Abgeordneten,
die oberen Sitzreihen eines stark geneigten Hörsaales an einer Universität (ältere Hörsäle medizinischer Fakultäten sind diesbezüglich besonders gut geeignet!),
Kirchtürme und andere Türme, wenn die Sonntagsmesse aus ist oder viele Menschen gerade auf der Straße herumlaufen (nur bei gutem Wetter zu empfehlen!).
Wer immer von meinen Internetlesern zusätzlich noch ein Hobbyflieger sein sollte, könnte auch von der Luft aus versuchen, derartige Zettel unter das Volk zu bringen. Ich weiß zwar nicht, ob so etwas in Deutschland erlaubt ist. Aber ich erinnere mich noch sehr gut, während des Krieges haben die Amis auch alles mögliche Zeug aus Flugzeugen heruntergeworfen, ohne daß die unten lebenden Menschen viel gefragt wurden, ob sie dies auch mögen. (Als Kind hatten wir uns daraufhin auf das Sammeln von Bombensplittern verlegt. Das war an sich eine ganz tolle Sache. Nur durfte es nicht regnen, weil dann die blöden Bombensplitter rosteten!)
Wer immer etwas vorsichtiger vorgehen möchte, so Zettel lassen sich auch sehr gut in Sprechzimmern von Arztpraxen deponieren. (Onkologen werden darüber natürlich ganz besonders begeistert sein!)

Vielen Dank für Eure Mitarbeit. Ich hoffe, daß diese Aktion auch Ihnen ein wenig Spaß gemacht hat.

Ihr Georges Bourbaki

PS: Beidseitig bedruckte Wurfzettel haben gegenüber einseitig bedruckten einen gewissen Vorteil. Vergeßt nicht, die Wahrscheinlichkeit, daß ein Butterbrot mit der Butterseite nach unten liegen bleibt, beträgt 50%.